Die Zinsen beim Rahmenkredit

Genau wie beim Dispo werden bei einem Rahmenkredit die Zinsen tageweise für die Dauer der Nutzung berechnet. Im Vergleich zur Überziehung auf dem Girokonto sind sie jedoch nur etwa halb so hoch. Wie viele Kosten für den Kreditnehmer anfallen, richtet sich zudem nach der geliehenen Summe sowie dem gewählten Anbieter.

Wie hoch sind die Zinsen beim Abrufkredit?

Als grobe Orientierung dient zunächst der durchschnittliche Zinssatz aller Dispokredite, welcher aktuell etwa 10 Prozent beträgt. Vom Dispozins werden etwa 40 Prozent abgezogen. Man erhält also einen Rahmenkredit im Schnitt für 6 Prozent. Die genaue Höhe der Zinsen unterscheidet sich jedoch von Anbieter zu Anbieter, weshalb sich immer ein Vergleich lohnt.

Wie hoch ist die Ersparnis im Vergleich zum Dispo?

Der Dispozins beträgt wie oben schon erwähnt etwa 10,0 Prozent. Der Rahmenkredit kostet in unserem Beispiel 6 Prozent. Ein Bankkunde leiht sich einen Geldbetrag in Höhe von 4000 Euro für eine Laufzeit von 30 Tage von der Bank aus. Beim Dispo würden 33,33 Euro Zinsen fällig, beim Abrufkredit nur 20,00 Euro. Die Ersparnis beträgt 16,66 Euro.

4.000 Euro
Dispokredit
Abrufkredit
Ersparnis
Zinssatz
Dispokredit
10,0 %
Rahmenkredit
6,0 %
Ersaparnis
4,0 %
Betrag in Euro
Dispo
33,33 €
Abrufkredit
20,00 €
Ersparnis
16,66 €

Wann fallen beim Rahmenkredit Zinsen an?

Der Kunden muss nur dann Zinsen zahlen, wenn der Kreditrahmen auch tatsächlich genutzt wird. Zwar erstellt die Bank die Abrechnung monatlich. Gezahlt wird der Zins jedoch nur für die Tage an denen das Konto tatsächlich im „Soll“ steht, und immer nur für den jeweils abgerufenen Betrag. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Ratenkredit, welcher aufgrund der monatlichen Rate konstant und fortlaufend Kosten verursacht.

Warum sich beim Abrufkredit die Zinsen ändern können

Während sich beim Ratenkredit der Zinssatz während der Laufzeit nicht ändert, ist er beim Rahmenkredit meist variabel. Er wird jedoch in eher größeren zeitlichen Abständen angepasst. Bleiben die Zinsen für einen längeren Zeitraum konstant, und wird dies von der Bank garantiert, spricht man von einem gebundenen Sollzins. Erfolgen laufend Änderungen, handelt es sich um einen variablen Zins, der wie beim Dispo jederzeit angepasst werden kann. Beide Formen der Zinsbindung haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Bei der gebundenen Variante profitiert der Kreditnehmer, wenn das Zinsniveau am Markt steigt, da für ihn nach wie vor der günstigere Zins gilt. Bei sinkendem Zinsniveau profitiert der Kunde dagegen nicht, da er ebenfalls an die alten Konditionen gebunden ist. Der variable Zinssatz hingegen passt sich immer an die Entwicklung des Marktzinsniveaus an. Erhöht die Bank den Zins, wird es für den Kreditnehmer sofort teurer. Umgekehrt profitiert der Kunde bei Senkungen von niedrigeren Kreditkosten. Der Zins orientiert sich am allgemeinen Marktzinsniveau, welches wiederum durch den sogenannten Leitzins bestimmt wird. Beim Leitzins handelt es sich um den Zinssatz, zu dem die Europäische Zentralbank (EZB) Geld an die angeschlossenen Geldinstitute verleiht. Sobald die Bank eine Anpassung vornimmt, wird der Kunde auf dem Kontoauszug oder in der Online-Postbox benachrichtigt.

Die Berechnung erfolgt anhand einer Formel

Die Berechnung der Zinsen für einen bestimmten Zeitraum erfolgt anhand einer feststehenden Formel. Diese wird auch als kaufmännische Zinsformel bezeichnet. Bei der deutschen Zinsmethode hat ein Monat immer 30 Tage, das Jahr besteht entsprechend aus 360 Tagen. Wir erläutern die Zinsberechnung an folgendem Beispiel:

Grafik zur Berechnung der Zinsen mit Formel

Herr Meier leiht sich aus seinem Abrufkredit einen Geldbetrag über 4.000 Euro für 30 Tage. Der Zinssatz beträgt 6 Prozent. Er zahlt der Bank dafür 20,00 Euro Zinsen.
➥ 4.000 Euro / 100 x 6% = 240 Euro / 360 Tage x 30 Tage = 20,00 Euro
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