Dispokredit – Zinsen im Vergleich

Wer bei Wahl seines Girokontos auf die genauen Konditionen achtet, kann viel Geld sparen. Dies gilt nicht nur für die Gebühren. Auch die Kosten für eine Kontoüberziehung spielen eine Rolle. Das gilt zumindest dann, wenn man häufiger mal ins Minus rutscht. Welche Bank derzeit die niedrigsten Dispozinsen bietet, zeigt die folgende Tabelle.

Tabelle

So funktioniert´s

Die Tabelle enthält Girokonten von 10 verschiedenen Banken. Diese haben in der Vergangenheit in diversen Tests gut abgeschnitten. Gegenstand dieser Tests waren unter anderem die Gebührenstruktur sowie die Transparenz gegenüber dem Kunden. Auch die Höhe der Zinsen für eine Kontoüberziehung spielt bei der Gesamtbewertung eine Rolle. In der vierten Spalte von links „Haben / Sollzins“ finden Sie die Höhe der Dispozinsen des jeweiligen Kreditinstituts.

Die rot gefärbte Zahl (Sollzinsen) zeigt den Zinssatz an, den die Bank für eine Überziehung verlangt. In der Tabelle befindet sich z.B. das Girokonto der Deutschen Kreditbank. Für die Nutzung des DKB-Dispo müssen derzeit 6,9 Prozent Zinsen gezahlt werden (Stand Juli 2017).

Dispokredit – Zinsen und Kosten

Für die Einrichtung sowie die Verwaltung des Dispokredit verlangt die Bank keine Gebühren. Wird der Kreditrahmen jedoch in Anspruch genommen, berechnet sie ein Entgelt für die Nutzung. Das ist der so genannte Zins. Die berechneten Kosten richtet sich nach der abgerufenen Kredithöhe sowie der Nutzungsdauer. Die Höhe der Dispozinsen liegt im bundesweiten Schnitt bei etwa 10% (Stand Juli 2017). Die Zinsen sind variabel. Sie können von der Bank jederzeit geändert werden. Die Konditionen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, siehe Tabelle. Der Dispokredit wird als so genannter Kontokorrentkredit geführt. Die Berechnung der Zinsen erfolgt tageweise. Sie wird von den Banken meist quartalsweise mit dem Rechnungsabschluss des Girokontos durchgeführt. Um den genauen Ablauf der Zinsberechnung nachzuvollziehen, nutzen Sie bitte unseren Disporechner.

Berechnungsbeispiel

Herr Meier hat bei seiner Hausbank einen Dipso in Höhe von 2.000€. Der Zinssatz für die normale Nutzung beträgt 11%, der für die geduldete Überziehung 16%. Er nutzt den Kreditrahmen für insgesamt 10 Tage. 7 Tage davon beansprucht er ihn mit durchschnittlich 1.500€ (Saldo -1.500€). Zudem überschreitet er die vereinbarte Kreditlinie für 3 Tage im Schnitt um 500€ (Saldo -2.500€).
Art der Nutzung
Kosten
Dispokredit
Für die sieben Tage der normalen Disponutzung fallen 3,21 Euro an (1.500 Euro / 100 x 11% = 165 Euro / 360 Tage x 7 Tage = 3,21 Euro).
geduldete Überziehung
Für die 3 Tage der Überschreitung (geduldete Überziehung) berechnet die Bank 2,49 Euro (2.000 Euro / 100 x 11% = 220 Euro / 360 Tage x 3 Tage = 1,83 Euro) + (500 Euro / 100 x 16% = 80 Euro / 360 Tage x 3 Tage = 0,66 Euro).
Gesamtkosten
Insgesamt kostet die 10 tägige Nutzung des Dispokredit 5,70 Euro (3,21 Euro + 1,83 Euro + 0,66 Euro).

Sollzins und Überziehungszins

Beim Dispokredit gibt es zwei Arten von Zinsen. Für Verfügungen innerhalb des vereinbarten Limits berechnet die Bank so genannte Sollzinsen. Wird der Kreditrahmen jedoch überschritten, handelt es sich um eine geduldete Überziehung. Hierfür darf die Bank einen erhöhten Zinssatz, den so genannten Überziehungszins verlangen. Überziehungszinsen sind im Schnitt 4-5 Prozentpunkte höher als Sollzinsen.

Ein Dispozinsen-Vergleich spart viel Geld

Die Höhe der Zinsen für Dispokredite liegt derzeit im bundesweiten Schnitt bei etwa 10% (Stand Juli 2017). Die Unterschiede zwischen den Banken sind jedoch erheblich. Eine Recherche von Finanztest hat ergeben, dass häufig kleine Filialbanken auf dem Land – meist Raiffeisenbanken und Sparkassen – bei der Kontoüberziehung kräftig zulangen. Dies liegt daran, dass es dort nur wenige Kreditinstitute gibt. Es herrscht also nicht genug Wettbewerb. Zudem ist auf dem Land die Affinität der Bevölkerung zum Internet aufgrund des höheren Altersdurchschnitts geringer als in Städten. Zinssätze zwischen 12- und 14% sind dort keine Seltenheit. Aber auch einige Grossbanken verlangen deutlich über 10 Prozent. Dass es auch „einstellig“ geht, zeigen inzwischen viele Direktbanken, siehe Vergleich.

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Zinsen des eigenen Dispo herausfinden

Der Dispokredit stellt für eine Bank eine wichtige Einnahmequelle dar. Die Institute gehen daher mit einer Veröffentlichung der Konditionen eher zurückhaltend um. Jedoch hat man als Kunde ein Recht darauf zu erfahren, wie teuer die Nutzung ist. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zu sehen ist der Dispozins meist im so genannten Preisaushang der Bank. Dieser muss normalerweise gut sichtbar im Kundenbereich jeder Bankfiliale aushängen. Aufschluss gibt zudem der eigene Kontoauszug. Zu sehen ist der aktuelle Zinssatz auf dem so genannten Rechnungsabschluss. Dieser wird quartalsweise, also viermal im Jahr vorgenommen. Dem Kontoauszug kann man nicht nur den gerade gültigen Zinssatz, sondern auch die Höhe der fällig gewordenen Zinsen entnehmen. Bei Onlinebanken muss die Webpräsenz der Bank Auskunft über die Kosten geben. Als letzte Möglichkeit lassen sich die Konditionen auch beim Mitarbeiter am Schalter oder bei Onlinebanken bei der Servicehotline erfragen.

Die Möglichkeiten im Überblick

  • Preisaushang im Kundenbereich der Bankfiliale
  • Auf dem Kontoauszug – jeweils zum Ende eines Quartals
  • Bei Direktbanken auf der Internetseite des Instituts
  • Durch Nachfragen am Schalter, oder bei Direktbanken an der Servicehotline

Wann lohnt ein Wechsel der Bank?

Ist am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig, ist für viele Verbraucher der Dispokredit eine schnelle und bequeme Lösung. Doch wie hoch die Dispozinsen der eigenen Bank sind, wissen die Wenigsten. Teuer wird es gerade bei höheren Beträgen und / oder längerer Nutzung. Doch nicht alle Kreditinstitute verlangen horrende Zinsen. Verbraucher sind gut beraten, beim eigenen Girokonto auf die Höhe der anfallenden Kosten für eine Kontoüberziehung zu achten. Langt die eigene Bank hier kräftig zu, und wird der Kreditrahmen vom Kontoinhaber regelmäßig genutzt, kann sich ein Wechsel der Bank durchaus lohnen. Eine Alternative zum aufwendigen Komplettwechsel der Bankverbindung bietet der Abrufkredit auf einem separaten Konto.


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