Wie funktioniert ein Abrufkredit?

Bei einem Abrufkredit handelt es sich um einen von der Bank eingeräumten Kreditrahmen, den der Kunde in Anspruch nehmen kann, sobald er den entsprechenden Betrag benötigt. Er wird deshalb auch synonym als Rahmenkredit bezeichnet. Wie der Dispo auf dem Girokonto kann auch dieser Kredit komplett oder nur zu einem Teil genutzt werden. Letzterer ist nicht an das Girokonto bei der Hausbank gebunden, sondern auch z.B. bei einer Direktbank erhältlich.

So funktioniert der Rahmenkredit

Schnell und flexibel Geld leihen wie beim Dispo, jedoch zu den Konditionen eines Ratenkredit – so funktioniert der Abrufkredit. Den genauen Ablauf erläutern wir an folgendem Beispiel.

Grafik zu Abrufkredit wie funktioniert das

Beispiel aus der Praxis: eine Direktbank stellt ihrem Kunden Herrn Schneider einen Kreditrahmen in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung. Herr Schneider könnte demnach einen Betrag von bis zu 25.000 Euro in Anspruch nehmen. Er muss jedoch nicht den vollen Geldbetrag abrufen, sondern kann auch Teilbeträge in Höhe z.B. 500 Euro oder 2.500 Euro nutzen. In diesem Fall benötigt Herr Schneider 1.200 Euro. Er bucht diesen Betrag als Online-Überweisung auf sein Girokonto bei der Hausbank. Das Geld kann Herr Schneider nun für seine geplante Urlaubsreise verwenden. Am Anfang des nächsten Monats geht sein Gehalt ein. Damit gleicht er sein Kreditkonto wieder aus.

Der Ablauf in Kürze

  • 1. Herr Schneider möchte in den Urlaub fahren.
  • 2. Er stellt fest, dass er zu wenig Geld auf seinem Girokonto hat.
  • 3. Herr Schneider nimmt einen günstigen Abrufkredit bei einer Onlinebank auf.
  • 4. Er überweist die gewünschte Geldsumme auf sein Girokonto bei der Hausbank.
  • 5. Mit dem Geld bezahlt er seine Urlaubsreise.
  • 6. Mit den nächsten Einkünften zahlt er das Darlehen zurück.

Verwendung in der Praxis

Ein Rahmenkredit kann völlig frei – also ohne die Angabe eines Verwendungszwecks (z.B. für einen Autokauf oder die Finanzierung einer Urlaubsreise) – verwendet werden. Der Kunde kann sich damit also auch spontane Wünsche erfüllen, die er gegenüber der Bank nicht rechtfertigen oder begründen muss. Der Kredit kann bis zur eingeräumten Kreditlinie immer wieder in Anspruch genommen, und zurück gezahlt werden. Damit dient er als praktische Liquiditätsreserve für alle Fälle.

Kreditrahmen

Der Verfügungsrahmen liegt je nach Anbieter zwischen 15.000 und 100.000 Euro. Wie hoch die betragliche Höchstgrenze tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört neben dem Score der Schufa-Auskunft auch die Höhe des Einkommens. Die Kreditlinie kann übrigens flexibel gestaltet werden. Beispielsweise ist es durchaus möglich, dass diese nachträglich erhöht wird, insofern sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers verbessert, oder er in der Vergangenheit bezüglich seines Zahlungsverhaltens nicht negativ aufgefallen ist.

Zinsen

Die Bank verlangt für die Nutzung Zinsen, welche immer tag genau und nur für den jeweils geliehenen Betrag berechnet werden. Die Abrechnung für den Kunden erfolgt monatlich. Mehr Infos hierzu finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema Zinsen.

Unterschiede zum Dispokredit

Abrufkredit und Dispokredit verbinden einige Gemeinsamkeiten. Es gibt jedoch auch einige Unterschiede.

  • Flexibler Kreditrahmen: bei beiden Finanzierungsformen handelt es sich um einen Kreditrahmen, den man flexibel bis zur mit der Bank vereinbarten Höhe beanspruchen kann. Einmal mit dem Kreditinstitut vereinbart sind für die Nutzung keine weiteren Formalitäten notwendig. Die Geldreserve ist also jederzeit verfügbar.
  • Rückzahlung: die flexible Handhabung gilt auch für die Rückzahlung. Allerdings setzen einige Banken welche einen Abrufkredit anbieten eine monatliche Mindestrückzahlung von z.B. 50 Euro voraus. Dies gibt es beim Dispokredit nicht.
  • freie Wahl des Anbieters: der Kredit kann auch bei einem anderen Anbieter als der eigenen Hausbank in Anspruch genommen werden. Meist sind Abrufkredite bei Onlinebanken erhältlich.
  • Zinsen: deutlich niedriger als beim Dispo auf dem Girokonto.

Unterschiede zum Ratenkredit

Während der konventionelle Ratenkredit vorwiegend für größere Investitionen genutzt und über einen längeren Zeitraum hinweg zurückgezahlt wird, eignet sich der Rahmenkredit eher für spontane Anschaffungen oder kurzfristige Ausgaben. Die Kreditsumme sollte idealerweise so gewählt werden, dass sie aus dem laufenden Einkommen innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten zurückgezahlt werden kann. Außerdem werden Zinsen nur für den Betrag fällig, der tatsächlich in Anspruch genommen wurde, nicht jedoch für den gesamten Rahmen. Dies ist bei einem Ratenkredit anders. Hier wird eine Darlehenssumme zu Beginn fest vereinbart und komplett ausbezahlt. Auch dieses Darlehen wird vom Kunden üblicherweise aus dem laufenden Einkommen zurück geführt. Dies geschieht allerdings in fixen monatlichen Raten. Diese werden vorab zwischen Bank und Kunde im Kreditvertrag fest vereinbart. Auch der Zeitraum bis zur vollständigen Rückzahlung (Laufzeit) steht von Anfang an fest, wenngleich der Kunde hier die Möglichkeit zu außerordentlichen Tilgungen (Sondertilgung) sowie zur vorzeitigen Kündigung hat. Der Ratenkredit ist darüber hinaus oft zweckgebunden. Das Geld kann also nicht beliebig verwendet werden. Der Grund: angeschafft werden mit einem Ratenkredit üblicherweise hochwertige Güter wie etwa ein Auto. Das angeschaffte Fahrzeug dient in diesem Fall zugleich als Sicherheit, falls der Kreditnehmer die finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann.

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