Was ist ein Rahmenkredit?

Schnell und flexibel Geld leihen wie beim Dispo, jedoch zu den günstigen Konditionen eines Ratenkredit: Das ist die Idee dahinter. Doch was ist ein Rahmenkredit genau, und wie funktioniert er? Wie buche ich Geld auf mein Konto, und wie zahle ich es zurück? Wann zahle ich Zinsen? Genau das erklären wir in diesem Ratgeber anhand einer anschaulichen Grafik.

Rahmenkredit: Was ist das (Definition)?

Ein Rahmenkredit ist eine von der Bank eingeräumte Kreditlinie, die vom Kunden bei Bedarf und innerhalb eines bestimmten Höchstbetrags in Anspruch genommen werden kann. Die Vorgehensweise entspricht vom Prinzip her dem Dispokredit. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass der Kredit nicht direkt an das Girokonto bei der Hausbank angeschlossen ist, sondern auf einem separaten Kreditkonto eingerichtet wird. Der Kreditnehmer kann das Geld flexibel abrufen, weshalb synonym der Begriff Abrufkredit verwendet wird.

Wie funktioniert ein Rahmenkredit? Der Ablauf mit Grafik

Die Bank stellt ihrem Kunden Herrn Schneider einen Rahmenkredit in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung. Herr Schneider könnte die gesamten 25.000 Euro auf einmal in Anspruch nehmen. Er kann jedoch auch mehrere Teilbeträge nutzen. In diesem Beispiel benötigt Herr Schneider 1.200 Euro für seinen Urlaub. Er bucht diesen Betrag als Online-Überweisung auf sein Girokonto bei der Hausbank. Am Anfang des nächsten Monats geht sein Gehalt ein. Damit kann er sein Kreditkonto wieder ausgleichen. Herr Schneider muss die Rückzahlung jedoch nicht auf einmal vornehmen. Er kann sie auch auf mehrere Raten aufteilen, und hierfür z.B. die nächsten zwei oder drei Gehaltseingänge abwarten.

Was ist ein Abrufkredit

Die Verwendung in der Praxis

Ein Rahmenkredit kann völlig frei – also ohne die Angabe eines Verwendungszwecks (z.B. für einen Autokauf oder die Finanzierung einer Urlaubsreise) – verwendet werden. Der Kunde kann sich damit also auch spontane Wünsche erfüllen, die er gegenüber der Bank nicht rechtfertigen oder begründen muss. Der Kredit kann bis zur eingeräumten Kreditlinie immer wieder in Anspruch genommen, und zurückgezahlt werden. Damit dient er als praktische Liquiditätsreserve für alle Fälle.

Höhe des Kreditrahmen und Zinsen

Der eingeräumte Kreditrahmen liegt je nach Anbieter zwischen 15.000 und 100.000 Euro. Wie hoch die betragliche Höchstgrenze tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört neben dem Score der Schufa-Auskunft auch die Höhe des Einkommens. Das Limit kann übrigens auch nachträglich erhöht werden, sofern sich die finanzielle Situation des Kreditnehmers nicht verschlechtert hat, und die Kunde-Bank-Beziehung positiv verläuft. Die Bank verlangt für die Nutzung Zinsen, welche immer tag genau und nur für den jeweils geliehenen Betrag berechnet werden. Die Abrechnung für den Kunden erfolgt monatlich.

Ratenkredit und Rahmenkredit: Was ist der Unterschied?

Bei einem Ratenkredit wird eine Darlehenssumme in Höhe eines festen Betrags vereinbart, und bereits zu Beginn komplett ausgezahlt. Die Rückzahlung erfolgt nicht wie beim Rahmenkredit flexibel, sondern in festen monatlichen Raten. Die Zinsen werden bereits zu Beginn auf die Gesamtsumme addiert, und zusammen mit dem geliehenen Geld auf die monatliche Rate umgelegt. Auch der Zeitraum bis zur vollständigen Rückzahlung (Laufzeit) steht von Anfang an fest. Ein Ratenkredit ist manchmal zweckgebunden, das Geld kann also nicht immer beliebig verwendet werden. Während der Ratenkredit vorwiegend für größere Investitionen genutzt und über einen längeren Zeitraum hinweg zurückgezahlt wird, eignet sich der Rahmenkredit eher für spontane Anschaffungen oder kurzfristige Ausgaben.

Was ist der Unterschied zum Dispokredit?

Abrufkredit und Dispokredit verbinden einige Gemeinsamkeiten. Es gibt jedoch auch Unterschiede, siehe folgende Auflistung.

  • flexibler Kreditrahmen: in beiden Fällen handelt es sich um einen Kreditrahmen, den man flexibel bis zur vereinbarten Höhe beanspruchen kann. Einmal mit der Bank vereinbart sind für die Nutzung keine weiteren Formalitäten notwendig.
  • Rückzahlung: die flexible Handhabung gilt auch für die Rückzahlung. Allerdings setzen einige Banken eine monatliche Mindestrückzahlung von z.B. 50 Euro voraus. Das ist beim Dispokredit nicht der Fall.
  • freie Wahl des Anbieters: der Kredit kann auch bei einem anderen Anbieter als der eigenen Hausbank abgeschlossen werden. Meist sind Rahmenkredite bei Onlinebanken erhältlich.
  • Zinsen: die Berechnung erfolgt ebenfalls taggenau. Der Zinssatz ist jedoch deutlich niedriger als beim Dispo.
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