Factoring: Anbieter und Kosten 2019 im Vergleich

Kosten der Anbieter für FactoringZu spät bezahlte Rechnungen von Kunden können gerade bei kleinen Betrieben und Selbständigen die Liquidität erheblich einschränken. Denn in der Zwischenzeit müssen Lieferanten bezahlt, und Gehälter überwiesen werden. Die Gutschrift einer Rechnung kann jedoch auch sofort erfolgen, und zwar mit Hilfe einer Vorfinanzierung. Das Ganze nennt sich Factoring. Wir erläutern wie es funktioniert, wo man es bekommt, und was es kostet. Die folgende Tabelle enthält 5 in Deutschland bekannte Anbieter mit Angabe deren Kosten und Voraussetzungen.

Anbieter
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Rechnung.de

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Konditionen
  • Zinssatz: ab 0,5 % vom eingereichten Betrag
  • Rechungsbetrag: kein Mindest- und kein Höchstbetrag
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  • Auszahlung: innerhalb von 24 Stunden
  • Zahlungsziel: bis 90 Tage
  • Bonus: 1. Rechnung bis 500 EUR gebührenfrei

Finiata

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Konditionen
  • Zinssatz: abhängig vom Zahlungsziel: bis 30 Tage 3,5 %, bis 60 Tage 5,5 %, bis 90 Tage 7,5 %
  • Rechungsbetrag: 1.000 bis 200.000 Euro
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  • Auszahlung: innerhalb 24 Stunden
  • Zahlungsziel: 14 bis 90 Tage

Flexpayment

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Konditionen
  • Zinssatz: 3,95 % vom eingereichten Betrag
  • Rechungsbetrag: bis 125.000 Euro
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  • Auszahlung: in 24 Stunden
  • Zahlungsziel: Anbieter macht keine Angaben

Rechnung48

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Konditionen
  • Zinssatz: 3,97 % vom eingereichten Betrag
  • Rechungsbetrag: kein Mindest- und kein Höchstbetrag
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  • Auszahlung: Geld innerhalb von 24 Stunden
  • Zahlungsziel: bis 45 Tage

Billie

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Konditionen
  • Zinssatz: 0,7 bis 3,0 %
  • Rechungsbetrag: bis 200.000 Euro
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  • Auszahlung: Anbieter macht keine Angaben
  • Zahlungsziel: Anbieter macht keine Angaben

➥ So funktioniert´s: Der Ablauf in 5 Schritten

Umständlicher Papierkram mit vielen Unterschriften war gestern. Erstellen Sie online mit wenigen Schritten Ihren Account. Laden Sie Ihre Rechnungen hoch, und schon kann es losgehen. Der Ablauf funktioniert wie folgt:

  • 1. Kontaktieren Sie einen Anbieter aus unserem Vergleich, siehe Tabelle oben. Registrieren Sie sich dort online.
  • 2. Bei positiver Bonitätsprüfung erhalten Sie ein Angebot mit individuellen Konditionen, und können Ihren Vertrag abschließen.
  • 3. Laden Sie die zu finanzierende Rechnung in Ihren Account hoch. Diese wird überprüft, und der Geldbetrag innerhalb von 24 Stunden auf Ihr Konto überwiesen.
  • 4. Der Factor überweist Ihnen je nach Vertrag und Rechnung zwischen 80 und 100 Prozent der eingereichten Summe. Bezahlt der Kunde die ausstehende Rechnung an den Factor, erhalten Sie den Restbetrag abzüglich der Factoring Kosten auf Ihr Konto überwiesen.
  • 5. Die Rückzahlung des vorfinanzierten Rechnungsbetrages an den Factor ist fällig, wenn der Kunde die ausstehende Geldsumme überweist. Der Zeitpunkt fällt im günstigen Fall mit dem Ablauf des vereinbarten Zahlungsziels zusammen, z.B. 30, 60, 90 Tage.

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen erfüllen?

Wer über Factoring eine Rechnung vorfinanzieren möchte, sollte verschiedene Voraussetzungen erfüllen, siehe Auflistung unten. Es kann es sich sowohl um Forderungen an Geschäftspartner als auch an Kunden handeln.

  • unbelastete Bonität Ihres Unternehmens sowie Ihres Kunden oder Lieferanten
  • Sie registrieren sich als Inhaber.
  • Sie haben ein Geschäftskonto bei einer deutschen Bank.
  • Die eingereichte Rechnung muss veritabel (echt) sein.
  • Die Forderung (Rechnungsbetrag) darf noch nicht abgetreten, oder mit anderen Rechten belastet sein.
  • Der Betrieb muss seit 6 Monate bestehen (die meisten Anbieter verlangen dies).
  • Sie müssen über eine Umsatzsteuer-ID verfügen.

Was ist Factoring (Erklärung)?

Grafik zur Erklärung von FactoringBeim Factoring verkauft ein Unternehmen eine offene Rechnung an ein anderes Unternehmen. Dieses wird als Factor bezeichnet. Der Factor zahlt den größten Teil des Rechnungsbetrages (meist zwischen 80- und 100 Prozent) innerhalb kurzer Zeit an den Unternehmer aus. Der Restbetrag wird fällig, wenn der Kunde seine Rechnung begleicht. Der Factor verlangt für die Dienstleistung eine Gebühr (Zins). Es wird zwischen echtem und unechtem Factoring entschieden, siehe folgende Übersicht:

Echtes Factoring

Beim echten Factoring findet eine Abtretung der Forderung statt. Der Factor übernimmt das Inkasso, und trägt das Ausfallrisiko.

Unechtes Factoring

Bei der „unechten“ Variante findet keine Abtretung statt. Das Unternehmen bleibt Eigentümer und trägt das Ausfallrisiko selbst.

Für wen eignet sich Factoring?

Während die typischen Nutzer von Factoring früher ausschließlich Großbetriebe waren, nehmen mittlerweile auch viele KMU, Selbstständige und Freiberufler die Finanzdienstleistung in Anspruch. Die Mehrzahl der deutschen Firmen nutzt es als Ergänzung zur klassischen Bankenfinanzierung.

Welche Factoring Anbieter gibt es?

Die Rechnungsvorfinanzierung wird meist von spezialisierten Finanzdienstleistern (Factoringgesellschaften) angeboten. Außerdem gibt es FinTech-Unternehmen, die mit Factoringbanken zusammenarbeiten und dabei als Finanzvermittler auftreten. Auch bekannte Kreditinstitute wie die Volksbank, Sparkasse, Postbank und Spezialbanken wie die CB Bank offerieren die moderne Finanzierungsform. Um sich einen schnellen Überblick über einige Factoring Anbieter und deren Konditionen zu verschaffen, nutzen Sie am besten unseren Vergleich. Darüber hinaus gibt es professionelle Berater, die den für Ihr Unternehmen geeigneten Factor finden.

Welche Kosten und Gebühren fallen an?

Je nach Anbieter fallen verschiedene Kosten in unterschiedlicher Höhe an, siehe Auflistung unten. Generell setzten sich diese aus diversen Punkten zusammen. Einige Unternehmen weisen die Kosten getrennt aus. Andere fassen Sie zu einer All-in-One Gebühr als pauschalen Zinssatz zusammen.

  • laufzeitabhängiger Zinssatz für die Vorfinanzierung
  • Factoringgebühr
  • Prüfgebühr für Bonitätsprüfung
  • ggfls. Audit-, Bereitstellungs- und Bearbeitungsgebühren.

Wonach richten sich die Kosten?

  • Gesamtkosten: Die Höhe der gesamten Kosten richtet sich grundsätzlich nach dem Risiko, welches der Factor bei der Vorfinanzierung eingeht.
  • Zins: Die Höhe des Zinssatzes basiert auf dem sogenannten Drei-Monats-Euribor. Und: Je schlechter die Bonität und je länger das Zahlungsziel, desto höher der Zinssatz – und umgekehrt.
  • Art: Stilles Factoring ist grundsätzlich teurer als offenes.
  • Aufwand: Je mehr administrative Arbeit dabei zu erledigen ist, desto höher ist sind die Kosten.
  • Branche: Die Konditionen für Handelsunternehmen sind günstiger als bei Handwerksbetrieben.
  • zusätzliche Kosten: Viele Firmen nutzen zudem noch den Kontokorrentkredit ihrer Hausbank, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Für dessen Inanspruchnahme fallen Sollzinsen, eine Kreditprovision, Kontoführungsentgelte und eventuell noch eine Überziehungsprovision an.