Was ist ein Dispokredit?

Finanziell flexibel sein, auch wenn mal kein Guthaben vorhanden ist? Dies ermöglicht der Dispo auf dem Girokonto. Doch was ist ein Dispokredit eigentlich, und wie funktioniert er? Wir erläutern dies einfach verständlich.

Dispokredit: Was ist das? (Definition)

Bei einem Dispokredit ermöglicht die Bank ihrem Kunden mehr Geld auszugeben, als Guthaben auf dem Girokonto vorhanden ist. Man kann also noch weiter Bargeld abheben oder Rechnungen bezahlen, obwohl das Konto bereits „leer“ ist. Um dies zu ermöglichen, wird ein sogenanntes Limit eingerichtet. Das ist eine betragliche Höchstgrenze, bis zu der eine Kontoüberziehung möglich ist. Bis zu diesem Limit kann man frei über das Geld verfügen, ohne dass eine weitere Absprache mit der Bank notwendig ist. Das Geld lässt sich also fast wie „Eigenes“ verwenden. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht: Denn die Nutzung des Dispo ist nicht kostenlos. Hierfür verlangt die Bank eine Gebühr, den sogenannten Zins.

Wie funktioniert ein Dispo (Ablauf)?

Herr Schneider möchte eine neue Küche erwerben, welche 2.500 Euro kostet. Auf seinem Girokonto hat er aber nur noch 1.800 Euro übrig. Seine Hausbank hat ihm jedoch einen Dispokredit gewährt. Da Herr Schneider noch 700 Euro benötigt, überzieht er sein Girokonto entsprechend um 700 Euro. Er benötigt das Geld nur für 20 Tage, da er sein Konto mit dem nächsten Gehaltseingang wieder ausgleichen kann. Für das geliehene Geld muss er Zinsen an die Bank zahlen, siehe nächster Abschnitt.

Wie läuft das mit den Zinsen?

Die Zinsen werden bei einem Dispokredit immer dann fällig, wenn der Dispo auch tatsächlich in Anspruch genommen wird. Die Bank rechnet hierbei genau aus, wie lange er genutzt wurde, und mit welchem Betrag. Alle drei Monate werden die aufgelaufenen Zinsen zusammenaddiert, und dem Girokonto belastet. Der Zinssatz für die Nutzung beträgt in unserem Beispiel 10 Prozent, da es sich so einfacher rechnen lässt. Die 10 Prozent gelten jedoch immer für ein komplettes Jahr, sodass man im nächsten Schritt noch berechnen muss, wie viel der Dispo für exakt 20 Tage kostet.

Schritt 1

Wir halten zunächst fest: Herr Schneider leiht sich also 700 Euro für eine Dauer von 20 Tagen zu einem Zinssatz von 10 Prozent.

Schritt 2

10 Prozent von 700 wären 70 Euro. Die 70 Euro würden jedoch für ein komplettes Jahr fällig. Es sind jedoch nur 20 Tage zu berechnen.

Schritt 3

Die Berechnung erfolgt anhand einer Formel, die im Prinzip wie ein Dreisatz funktioniert. Bei der deutschen Zinsmethode hat ein Monat 30 Tage. Ein komplettes Jahr besteht aus 360 Tagen.

Schritt 4

Die oben schon ermittelten 70 Euro werden also noch durch 360 dividiert, und danach mit 20 multipliziert. Die gesamte Berechnung sieht demnach so aus:
➥ 700 Euro / 100 x 10% = 70 Euro / 360 Tage x 20 Tage = 3,88 Euro

Wie hoch ist ein Dispokredit?

Grundsätzlich entscheidet die Bank nach eigenem Ermessen, ob ein Dispokredit gewährt wird, und wie hoch das Limit ausfällt. Maßgeblich ist die Bonität des Kunden. Um überhaupt kreditwürdig zu sein, ist zunächst eine einwandfreie Schufa erforderlich. Die Höhe richtet sich nach dem monatlichen Einkommen. Als Faustregel gilt nach wie vor das zweieinhalb- bis dreifache monatliche Netto. Wer also z.B. 2.000 Euro pro Monat verdient, kann also einen Dispo in Höhe von 5.000 – 6.000 Euro beantragen. Einige Kreditinstitute gewähren dem Kunden auch höhere Beträge. Hierbei kann auch die Geschäftsbeziehung zur Bank entscheidend sein: Wie lange besteht die Kontoverbindung schon, und wie vertrauensvoll ist das Verhältnis? Oft ist es auch möglich, zu einem späteren Zeitpunkt ein höheres Limit zu beantragen.