Wie funktioniert ein Ratenkredit?

Grafik kleines 1x1 zum Ratenkredit

Niedrige und gut planbare Raten, eine feste Laufzeit sowie unveränderliche Zinsen bis zur vollständigen Rückzahlung. Wer eine Anschaffung finanzieren möchte, kann von den Vorteilen eines Ratenkredit profitieren. Wo gibt es günstige Zinsen? Wie hoch sollte die monatliche Rate sein? Wie lassen sich teure Darlehen anderer Banken umschulden? Wie kann ich das Geld vorzeitig zurückzahlen? Alle Antworten sowie einen Vergleich verschiedener Anbieter gibt es hier.

Was ist ein Ratenkredit?

Bei einem Ratenkredit handelt es sich um ein Darlehen mit einem festen Zinssatz. Er wird in gleichbleibenden monatlichen Raten über einen festgelegten Zeitraum zurück gezahlt. Die Rate enthält i.d. Regel sowohl den Zins- als auch den Tilgungsanteil. Die zu entrichtenden Zinsen werden meist zu Beginn zum eigentlichen Kreditbetrag hinzu addiert. Der Gesamtbetrag wird nun auf die Laufzeit verteilt. So entsteht im Ergebnis die Höhe der monatlichen Rate.

Beispiel: Herr Müller leiht sich 10.000 Euro von seiner Bank. Er zahlt hierfür 5 Prozent Zinsen pro Jahr. Innerhalb von 6 Jahren muss er den Kredit zurück zahlen. Insgesamt zahlt er somit 3000 Euro Zinsen (6 Jahre lang 500 Euro). Der gesamte Rückzahlungsbetrag lautet somit 13.000 Euro (10.000 Euro Kredit + 3.000 Euro Zinsen). Die Rückzahlung erfolgt in 72 Monaten (6 Jahre mal 12 Monate). Die monatliche Rate beträgt 180,55 Euro (13.000 Euro geteilt durch 72).

Banken im Vergleich

Niedrige Zinsen, kleine Raten und bei Bedarf Sondertilgungen – günstige Ratenkredite bietet eine optimale Lösung für große und kleine Wünsche. Wer hierbei clever sparen möchte, kann mit unserer Tabelle die passende Bank ermitteln. Geben Sie bitte hierfür den benötigten Geldbetrag sowie die gewünschte Laufzeit an, siehe unten.

Um unnötige Kosten zu vermeiden, und eine planmäßige Rückzahlung zu gewährleisten, sollten Verbraucher bei der Auswahl einige Dinge beachten. Der Effektivzins ist das wichtigste Argument bei der Auswahl der Bank.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • effektiver Jahreszins – der Effektivzins gibt die Gesamtkosten eines Darlehens wieder, und macht verschiedene Angebote miteinander vergleichbar.
  • Kreditbetrag – dieser sollte in einem angemessenen Verhältnis zur eigenen finanziellen Leistungskraft stehen.
  • monatliche Rate – für die Rate sollte ein Betrag gewählt werden, der eine zügige Rückzahlung ermöglicht, aber gleichzeitig noch einen finanziellen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben lässt.
  • Laufzeit – die Kreditlaufzeit sollte vom Kreditnehmer so gewählt werden, dass die Verbindlichkeiten so zügig wie möglich zurückgezahlt werden können, gleichzeitig aber die monatliche Rate tragbar ist.
  • Zinsen – günstige Zinsen gibt es meist nur bei guter Bonität. Kunden mit schwächerer Bonität sollten sich für einen Festpreiskredit (bonitätsunabhängiges Darlehen) entscheiden.
  • Sondertilgungen – Kreditnehmer sollten darauf achten, dass im Rahmen der Kreditvereinbarung Sondertilgungen möglich sind. Bestenfalls verlangt die Bank hierfür keine Gebühren.

Beantragen

Die Beantragung erfolgt online bequem von zu Hause. Damit Sie nicht mehr Zinsen als nötig zahlen, lohnt sich eine Gegenüberstellung der Konditionen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, steht einer zügigen Auszahlung innerhalb weniger Tage nichts im Weg.

Schritt 1 Zinsen vergleichen und günstigen Ratenkredit auswählen.
Schritt 2Über den Link in der Kostentabelle „weiter“ zum Antragsformular wechseln.
Schritt 3Online-Antrag ausfüllen und geforderte Nachweise einreichen.
Schritt 4Kreditvertrag unterschreiben und an Bank zurückschicken.
Schritt 5Geld wird auf Ihr Girokonto ausgezahlt.

Voraussetzungen und Bonität

Jede Bank prüft bei der Beantragung eines Kredits die Kreditwürdigkeit eines Kunden. Hiervon hängt eine Zusage sowie auch die Höhe der Konditionen ab. Der Antragsteller sollte über einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit regelmäßigem Einkommen verfügen. Auch eine einwandfreie Schufa ist wichtig. Die Einnahmen sollten so hoch sein, dass nach Abzug aller Ausgaben genug Spielraum für die Rate verbleibt.

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Wohnsitz, Arbeitsplatz und Girokonto in Deutschland.
  • unbefristeter Arbeitsvertrag
  • regelmäßiges Einkommen in ausreichender Höhe
  • gute Bonität (ausreichender Score sowie keine Negativmerkmale)

Unterlagen und Nachweise

Zusammen mit dem Kreditantrag müssen Kunden bestimmte Nachweise erbringen. Banken benötigen diese Unterlagen, um die persönliche und wirtschaftliche Kreditwürdigkeit zu prüfen. Bei Neukunden müssen häufig Kopien der letzten drei Kontoauszüge eingereicht werden. Es sind folgende Dokumente erforderlich:

  • Kopien der letzten drei Gehaltsabrechnungen
  • Nachweise schon bestehender Kredite (Kopien der Kreditverträge)
  • bei Neukunden häufig auch Kontoauszüge der letzten Wochen

Zinsen

Der Zins ist das Entgelt für die Nutzung des geliehenen Geldes. Er ist ein prozentualer Anteil an der Kreditsumme. Der Kunde zahlt die Zinsen zusammen mit der Tilgung mit seiner monatlichen Rate. Man unterscheidet zwischen dem Sollzins und dem effektiven Jahreszins. Der Effektivzins ist der Preis den der Kunde tatsächlich zahlt. Er muss deshalb offen ausgewiesen werden, und bietet eine gute Möglichkeit zur Gegenüberstellung verschiedener Angebote. Bei der Zinshöhe gibt es erhebliche Unterschiede. Kunden zahlen derzeit (Januar 2017) etwa zwischen 2 und 12 Prozent Zinsen. Wie viel ein Ratenkredit genau kostet, richtet sich in erster Linie nach der Bonität des Kunden. Kreditnehmer mit hoher Bonität erhalten einen niedrigen Zinssatz, während Antragsteller mit schwächerer Kreditwürdigkeit i.d. Regel höhere Zinsen zahlen müssen. Auch das allgemeine Zinsniveau spielt bei der Konditionenvergabe eine Rolle. Im Verhältnis zum Dispokredit sind die Kosten eher niedrig.

Repräsentatives Beispiel

Banken die mit Kreditzinsen werben, müssen gesetzliche Vorschriften beachten. Im Rahmen der Preisangabeverordnung (§ 6a PangV) muss ein so genanntes repräsentatives Beispiel veröffentlicht werden. Das Berechnungsbeispiel (zu finden jeweils unter dem Ergebnis in der Tabelle) zeigt auf, welchen Zinssatz mindestens zwei Drittel aller Kunden bei der jeweiligen Bank erhalten werden.

Die notwendigen Angaben im Überblick

  • Nettokreditbetrag (reine Kreditsumme)
  • Laufzeit
  • Sollzins
  • effektiver Jahreszins
  • sonstige Kosten
  • Gesamtbetrag (ausgezahlte Summe + Zinsen + sonstige Kosten)
  • Bearbeitungsgebühr 0,00%: letztere dürfen von Banken nicht mehr verlangt werden.
  • Anzahl der Raten
  • Name und Adresse des Kreditgebers

Vorteile, Nachteile und Risiken

Ein fester unveränderlicher Zinssatz, gut planbare monatliche Raten sowie günstige Zinsen bei guter Bonität sind für viele Antragsteller die entscheidenden Argumente. Bei schwächerer Bonität können Ratenkredite allerdings sehr teuer werden. Kunden können die Laufzeit sowie die gewünschte Rate nahezu frei wählen, und an ihre persönliche Situation anpassen.

  • fester Zinssatz während der gesamten Laufzeit
  • gleichbleibende monatliche Raten
  • niedrige Zinsen ab 2,0 Prozent bei guter Bonität (Stand Januar 2017)
  • Antragstellung meist online möglich
  • schnelle Bearbeitung und Auszahlung
  • Gebühren (Vorfälligkeitsentschädigung) bei außerplanmäßiger Rückzahlung
  • hohe Zinsen bis zu 10 Prozent bei schwächerer Bonität
  • keine nachträgliche Änderung der Kreditsumme
  • Risiko der Verschuldung durch Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse durch Arbeitsplatzverlust oder Krankheit
  • Risiko der Verschuldung durch Erhöhung der Ausgaben, z.b. durch Umzug, Scheidung oder Unterhaltszahlungen

Wann und für wen sinnvoll?

Ratenkredite eignen sich vor allem für Verbraucher, die eine sichere Planungsgrundlage haben möchten, und deshalb gleichbleibende Raten bevorzugen.

Sinnvoll

  • für mittlere und größere Anschaffungen wie z.B. die Finanzierung eines Autos, eine teure Urlaubsreise oder eine Wohnungsausstattung
  • für einen längeren Zeitraum, wenn der Kreditbetrag nicht innerhalb weniger Tagen oder Wochen zurück gezahlt werden kann
  • Umschuldung von Dispokrediten oder teureren Altdarlehen

Nicht sinnvoll

  • bei kleinen Kreditbeträgen
  • für einen kurzen Zeitraum, wenn z.B. das Geld mit dem nächsten Gehaltseingang zurück gezahlt werden kann
  • wenn laufend neue Kreditbeträge benötigt werden, hier ist ein Abrufkredit sinnvoller.

Rückzahlung und Kündigung

Die Rückzahlung erfolgt über die monatliche Rate, welche einen Zins- und einen Tilgungsanteil enthält. Die Zinsen werden meist zu Beginn der Laufzeit zum Kreditbetrag hinzuaddiert. Die Höhe der Rate kann während der Laufzeit normalerweise nicht mehr geändert werden, eine nachträgliche Anpassung ist jedoch mit Zustimmung der Bank möglich. Eine Verrechnung der bereits geleisteten Tilgung erfolgt nicht, sodass der Kreditnehmer die Zinsen immer auf den vollen Kreditbetrag zahlen muss. Der Kunde kann häufig außerplanmäßige Rückzahlungen – so genannte Sondertilgungen – leisten. Dies ist abhängig vom Anbieter mit Gebühren verbunden.

Kündigung

Wer seinen Kredit vor dem offiziellen Ablauftermin zurückzahlen möchte, kann dies durch eine Kündigung des Kreditvertrags erreichen. Hierdurch wird die Ratenvereinbarung aufgehoben, und der noch ausstehende Kreditbetrag von der Bank „fällig gestellt“. Möchte ein Kreditnehmer sein Darlehen vorzeitig kündigen, wird zunächst unterschieden, ob der Vertrag vor oder nach dem Stichtag 11.06.2010 abgeschlossen wurde. Eine vorzeitige Kündigung ist immer dann sinnvoll, wenn sich hierdurch Geld sparen lässt. Ein Grund hierfür kann z.B. ein unerwarteter Geldeingang sein.

  • Kreditaufnahme vor dem 11.06.2010 – der Kreditnehmer kann den Kreditvertrag frühestens 6 Monate nach Laufzeitbeginn unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist kündigen. Eine vollständige Rückzahlung ist im Ergebnis nach neun Monaten möglich.
  • Kreditaufnahme nach dem 11.06.2010 – der Schuldner kann den Vertrag jederzeit unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist kündigen. Das Kreditinstitut ist zur Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 1% der noch ausstehenden Summe berechtigt.

Umschuldung

Ein beliebter Anlass für eine vorzeitige Ablösung bzw. eine Umschuldung kann ein attraktiveres Kreditangebot einer anderen Bank sein. Der Vertragsinhaber möchte seinen Ratenkredit in diesem Fall nicht vollständig tilgen, sondern durch ein günstigeres Darlehen ersetzen. Auch wer seinen ständig ausgeschöpften Dispokredit wieder planmäßig zurückführen möchte, kann dies durch eine Umschuldung zu günstigeren Konditionen erreichen. Kreditnehmer die ein bestehendes Darlehen in einen Ratenkredit umschulden möchten, sollten hierbei wie folgt vorgehen:

Schritt 1 Neue Bank suchen: Ratenkredit Vergleich durchführen und günstigen Anbieter auswählen.
Schritt 2Antrag bei neuer Bank stellen und als Verwendungszweck „Umschuldung eines bestehenden Darlehens“ auswählen.
Schritt 3Neuen Kreditvertrag unterschreiben und Auszahlung abwarten.
Schritt 4Altkredit kündigen und Geld dort einzahlen

Alternativen

Dispokredit
Abrufkredit

Die bekannteste Alternative ist der Dispokredit. Hierbei handelt es sich um einen Kreditrahmen, der auf dem Girokonto flexibel in Anspruch genommen werden kann.

Eine weitere Alternative ist der Rahmenkredit. Er funktioniert im Prinzip wie ein Dispo, nur wesentlich niedrigeren Zinsen.