Was ist ein Dispokredit?

Grafik zu Was ist ein Dispokredit

Finanziell flexibel sein, auch wenn mal kein Guthaben vorhanden ist? Dies ermöglicht der Dispo auf dem Girokonto. Doch die Flexibilität hat ihren Preis. Zinsen im zweistelligen Prozentbereich sind leider immer noch an der Tagesordnung, siehe Banken im Vergleich. Wir informieren Sie z.B. über Höhe, Einrichtung, Zinsen oder Risiken. Lesen Sie zudem wie der Kredit richtig genutzt wird, und wie man ein überzogenes Konto umschulden kann.

Was ist ein Dispokredit (Definition)?

Bei einem Dispokredit ermöglicht die Bank ihrem Kunden mehr Geld abzuheben, als Guthaben auf dem Konto vorhanden ist. Bis zum vereinbarten Limit (Kreditrahmen) kann der Bankkunde frei über das Geld verfügen, ohne dass eine weitere Absprache mit der Bank notwendig ist. Für die Nutzung verlangt das Kreditinstitut Zinsen, welche pro Tag für die Dauer der Nutzung berechnet werden. Für die Rückzahlung gibt es keine feste Vorgabe, diese kann der Kunde flexibel nach eigenem Wunsch gestalten.

Beispiel

Herr Schneider möchte eine neue Küche erwerben, hat jedoch auf seinem Girokonto nicht mehr genug Guthaben. Seine Hausbank gewährt ihm einen Dispo. Der Zinssatz für die Nutzung beträgt 10 Prozent pro Jahr. Er nutzt den Kreditrahmen für insgesamt 20 Tage, und beansprucht ihn in diesem Zeitraum mit durchschnittlich 1.800 Euro. Er zahlt hierfür 6 Euro Zinsen, siehe Berechnung unten. Keine Lust auf Kopfrechnen? Nutzen Sie unseren Dispo-Rechner.

1.800 Euro geteilt durch 100 Prozent mal 6 Prozent ergibt 108 Euro für 1 komplettes Jahr.
108 Euro geteilt durch 360 Tage mal 20 Tage entspricht 6 Euro für die Nutzungsdauer von 20 Tagen.

Dispo einrichten – so geht´s

Schritt 2Antragstellung erfolgt je nach Kontoart online oder am Bankschalter.
Schritt 3Vorlage der geforderten Gehaltsnachweise (meist die drei letzten Abrechnungen)
Schritt 4Prüfung der Bonität des Antragstellers mit Schufaabfrage
Schritt 5Bank richtet Kreditrahmen wie gewünscht ein, oder lehnt Antrag ab.

Bei einigen Banken wird im Zusammenhang mit der Kontoeröffnung auch gleich ein Dispokredit eingeräumt. Auch bei langjährigen Bestandskunden richtet ihn die Bank irgendwann von selbst ein. Ansonsten muss ihn der Kontoinhaber beantragen. Den Antrag stellt der Bankkunde je nach Art des Girokontos schriftlich oder online. Die Bank prüft zunächst, ob der Kreditnehmer für die Einrichtung sowie die gewünschte Kredithöhe eine ausreichende Bonität besitzt. Hierzu überprüft das Kreditinstitut die Einkommens- und Vermögensverhältnisse, i.d. Regel wird auch eine Schufa-Abfrage vorgenommen. Verläuft die Bonitätsprüfung positiv, wird der Kreditrahmen wie gewünscht eingerichtet. Ist man schon länger Kunde bei der Bank, ist die Einrichtung meist einfacher als für Neukunden.

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Voraussetzung und Bonität

In den meisten Fällen reicht eine Bonitätsprüfung mit positivem Ergebnis sowie ein regelmäßiges Einkommen in bestimmter Höhe. Zudem sollte natürlich das Gehalt auf dem Girokonto eingehen, auf dem das Limit eingerichtet werden soll. Häufig reicht der Bank die Bonitätsprüfung im Rahmen der Kontoeröffnung aus, um dem Kunden bereits zu Beginn eine kleine Kreditlinie einzuräumen. Eine erneute Prüfung wird erst dann wieder notwendig, wenn der Kontoinhaber den Verfügungsrahmen erhöhen möchte.

Die Voraussetzungen im Überblick

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Girokonto bei der kreditgebenden Bank
  • Gehalt sollte über dieses Girokonto laufen
  • Regelmäßiges Einkommen
  • Bonitätsprüfung mit positivem Ergebnis (Schufaabfrage)

Wie hoch ist ein Dispo (Höhe)?

Grundsätzlich kann die Bank die Höhe beliebig festsetzen. Sie richtet sich in erster Linie nach dem Betrag des regelmäßig eingehenden monatlichen Nettoeinkommen. In aller Regel übersteigt der Kreditrahmen nicht das zweieinhalb- bis dreifache Einkommen des Kontoinhabers. Wer über ein Netto von 1.500 Euro verfügt, wird bei den meisten Banken ein Limit zwischen 3.000 und 4.500 Euro erhalten. Einige Kreditinstitute gewähren dem Kunden auch höhere Beträge als das dreifache Nettogehalt. Ebenfalls entscheidend für die Höhe: wie lange besteht die Kontoverbindung, und wie vertrauensvoll ist das Verhältnis zwischen Bank und Kunde? So wird die Bank zu Beginn einer neuen Geschäftsbeziehung möglicherweise erst einmal keinen Dispo, oder nur eine niedrigere Kreditsumme gewähren. Später kann der Kunde oft ein höheres Limit beantragen. Bei der Entscheidung über die Höhe ist natürlich auch Stück weit Eigenverantwortung wichtig.

Zinsen beim Dispokredit

Die reine Bereitstellung eines Dispos kostet nichts. Kosten fallen erst bei tatsächlicher Nutzung an. Hierfür berechnet die Bank ein Nutzungsentgelt, den so genannten Zins oder auch Dispozins. Die der Höhe der berechneten Zinsen richtet sich nach der Dauer der Verfügung sowie dem geliehenen Betrag. Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Dispozinsen finden Sie hier. Dort werden auch Begriffe wie z.B. Sollzins und Überziehungszins ausführlich erläutert. Eine Tabelle mit Zinsen verschiedener Banken gibt es ebenfalls.

Vorteile, Nachteile und Risiken

Ein großer Vorteil des Dispo ist die schnelle Verfügbarkeit. Einmal erfolgreich beantragt, bietet er eine jederzeit vorhandene Liquiditätsreserve ohne Formalitäten. Auch in Sachen Rückzahlung sind der Flexibilität keine Grenzen gesetzt, denn es besteht kein fester Tilgungsplan. Durch den direkten Anschluss an das Girokonto ist kein separates Verrechnungskonto nötig. Der hauptsächliche Nachteil liegt primär in den Kosten. Während sich die Zinsen für Ratenkredite und Abrufkredite meist im mittleren einstelligen Prozentbereich bewegen, sind sie beim Dispokredit nicht selten zweistellig. Auch hat der Dispo den Nachteil, dass man darüber wie eigenes Geld verfügen kann. Das macht es unvorsichtigen Nutzern – meist jungen Menschen – zu einfach sich zu verschulden. Wird das Limit überzogen (so genannte geduldete Überziehung), steigt das Verschuldungsrisiko aufgrund der noch höheren Überziehungszinsen weiter an.

Pro und Contra im Überblick

  • nach Einrichtung völlig frei von Formalitäten
  • jederzeit verfügbare Liquiditätsreserve
  • bei kurzfristiger Nutzung überschaubare Kosten
  • Rückzahlung und erneute Inanspruchnahme jederzeit möglich
  • flexible Rückzahlung ohne festen Tilgungsplan
  • hohe Zinsen meist im zweistelligen Bereich
  • Risiko der Verschuldung, da nutzbar wie eigenes Geld

Worauf achten?

Ein Dispo ist eine verlässliche und flexible Geldreserve, solange er richtig genutzt wird. Um spätere Probleme zu vermeiden, sollten Kreditnehmer auf einige Dinge achten. Wichtig ist an dieser Stelle, die eigene wirtschaftliche Leistungskraft richtig einzuschätzen. Verfügen Sie deshalb nur über Beträge, die Sie auch zurückzuzahlen können. Da es keinen festen Rückzahlungsplan gibt, sind Sie als Verbraucher selbst gefordert. Setzen Sie sich selbst einen Termin für die Rückzahlung, und versuchen Sie diesen einzuhalten (z.B. nach dem nächsten Gehaltseingang). Die Zinssätze sind variabel, und können daher von der Bank nach oben oder nach unten angepasst werden. So sollten Kreditnehmer die Konditionen von Zeit zu Zeit einsehen. Nutzen Sie den Kreditrahmen immer nur für kurzfristige Überziehungen, und vermeiden Sie eine dauerhafte Inanspruchnahme.

Kontoinhaber die ihren Dispo regelmäßig nutzen, sollten über ein Girokonto mit günstigem Zins verfügen. Möglicherweise lohnt sich hier ein Wechsel der Bank. Vergleichen Sie die Zinssätze verschiedener Banken.

Wann ist Dispokredit sinnvoll?

Mal eben ein Schnäppchen bei Amazon erwerben, oder das Auto reparieren obwohl kein Geld auf dem Konto ist? – der Dispositionskredit auf dem Girokonto macht es möglich. Er dient als Liquiditätsreserve, wenn die Ersparnisse aufgebraucht wurden, und / oder mal viele Ausgaben zusammenkommen. Letzterer ist von seiner Konzeption nur für die kurzfristige Verwendung gedacht. Für eine längere Inanspruchnahme oder die Nutzung als Dauerkredit eignet er sich aufgrund der hohen Kosten nicht. Wer eine Investition tätigen möchte, deren Kosten eine längere Kreditrückzahlung erfordert, sollte auf günstigere Alternativen wie den Ratenkredit oder den Abrufkredit zurückgreifen.

  • für kleinere Geldbeträge
  • bei einer Laufzeit von wenigen Tagen
  • wenn Rückzahlung mit dem nächsten Gehaltseingang erfolgen kann
  • nicht für hohe Geldbeträge
  • nicht als Dauerkredit geeignet

Rückzahlung

Die Rückzahlung gestaltet sich flexibel. Dispokredite werden grundsätzlich unbefristet eingeräumt, sodass hierfür kein bestimmter Termin eingehalten werden muss. Die Bank verlangt keine Ratenzahlung. Das geliehene Geld lässt sich jederzeit zurückführen, und bei Bedarf wieder erneut nutzen. Wichtig ist das eingeräumte Limit nicht zu überschreiten. Gibt es Probleme mit der Rückzahlung des geliehenen Geldes, sollte man rechtzeitig – bevor es eng wird – umschulden

So funktioniert die Tilgung

  • zeitlich unbefristete Gewährung
  • kein fester Rückzahlungsplan
  • keine Mindesttilgung
  • jederzeitige Rückführung und erneute Inanspruchnahme möglich

Umschuldung

Viele Bankkunden fangen erst an über eine Umschuldung nachzudenken, wenn der Dispokredit von der Bank gekündigt wurde. So lange sollte man jedoch besser nicht warten. Wer das Geld nicht in absehbarer Zeit zurückzahlen kann, sollte schon allein aus Kostengründen darüber nachdenken, den Kreditbetrag durch ein ratierliches Darlehen abzulösen. Auf diese Weise lassen sich die laufenden Kosten in der Regel einfach uns sehr effektiv reduzieren. Auch macht es die Sache deutlich einfacher, wenn die Ablösung bereits frühzeitig erfolgt. Denn eine Kündigung durch die Bank hat in den meisten Fällen einen schlechten Schufaeintrag zur Folge. Dies erschwert wiederum die Suche nach einem passenden Darlehen für die Ablösung. In der Regel wird für die Umschuldung ein Ratenkredit verwendet. Dieser bietet den Vorteil deutlich niedrigerer Zinsen sowie einer besseren Planungssicherheit.

Schritt 1Ratenkredit beantragen (ausführliche Anleitung hier). Eine Auswahl günstiger Banken finden Sie in unserem Ratenkredit Vergleich.
Schritt 2Dispo ablösen – führen Sie mit dem Geld aus dem neuen Kredit Ihren Disposaldo zurück.

Alternativen

Dispokredite eignen sich nur für niedrige Kreditbeträge und kurze Laufzeiten. Wer für seinen Finanzierungswunsch andere Voraussetzungen benötigt, sollte auf Alternativen setzen.

Ratenkredit
Abrufkredit

Ratierliche Darlehen haben den Vorteil, dass man höhere Kreditbeträge mit einem festen Rückzahlungsplan kombinieren kann. Die Zinsen liegen meist im mittleren einstelligen Bereich, und sind damit deutlich niedriger als beim Dispo. Aufgrund der planmäßigen Tilgung wird eine sichere Rückzahlung zum gewünschten Ablauftermin gewährleistet. Ratenkredite werden meist für einen Autokauf oder die Anschaffung anderer langlebiger Konsumgüter verwendet.

Der Rahmenkredit vereint die Vorteile von Dispo- und Ratenkredit in einem Produkt. Hier können Bankkunden aufgrund der niedrigen Zinsen vergleichsweise lange Laufzeiten nutzen, ohne auf Flexibilität zu verzichten. Aus diesem Grund stellt er eine günstige Alternative dar.