Wie lange dauert eine Überweisung? Alle Regelungen und Fristen

Dauer und Fristen einer ÜberweisungTrotz Online-Bankings und moderner Technik erfolgt die Gutschrift auf dem Empfängerkonto auch heute noch mit zeitlicher Verzögerung. Wie lange die Ausführung einer Überweisung dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Seit ein paar Jahren gibt es ein Gesetz, welches die erlaubten Fristen genau festgelegt. Wir geben einen Überblick.


Alle Fristen auf einen Blick

Wie und wohin?
Dauer / Frist
Online-Überweisung im Inland
1 Tag: Eingang auf Empfängerkonto innerhalb von einem Bankarbeitstag nach Zugang des Zahlungsauftrags
beleghafte Zahlungsanweisung im Inland
2 Tage: Eingang auf Empfängerkonto innerhalb von 2 Bankarbeitstagen nach Zugang des Zahlungsauftrags
SEPA-Überweisung
1 oder 2 Tage: Eingang auf Empfängerkonto innerhalb von 1 Bankarbeitstag (online) oder 2 Bankarbeitstagen (beleghaft) nach Zugang
innerhalb des EWR nicht in Euro
4 Tage: Eingang innerhalb von 4 Bankarbeitstagen nach Zugang
außerhalb Europas des EWR
keine gesetzlichen Fristen

Wie lange darf eine Überweisung laut Gesetz dauern?

Mit der Angleichung des deutschen Rechts an die EU-Zahlungsdiensterichtlinie wurden auch die im BGB enthaltenen Ausführungsfristen für Überweisungen geändert. Bei der im Gesetz angegebenen Dauer handelt es sich um den maximal erlaubten Zeitraum. Es ist also möglich, dass das Geld bereits vorher – eventuell am selben Tag – auf dem Empfängerkonto eingeht. In der Praxis geschieht dies bei Transfers unter gleichen Bankinstituten, wie z.B. von einer Sparkasse zu anderen. Nach § 675s Abs.1 gelten nunmehr die folgenden Vorschriften:

Wann beginnt die Frist für eine Überweisung?

Laut § 675 n (1) BGB (Zugang von Zahlungsaufträgen) beginnt die Frist für die Ausführung dann, wenn die Überweisung bei der eigenen Bank oder Sparkasse eingeht. Erhält diese den Zahlungsauftrag an einem Sonn- oder Feiertag, gilt der folgende Werktag als Datum des Zugangs. Für Kreditinstitute sind nur die Tage Montag bis Freitag Werktage. Die den Zahlungsauftrag ausführende Bank darf Überweisungen, die kurz vor dem Ende des Bankarbeitstages eingehen, als am Folgetag zugegangen betrachten. Bei den meisten Kreditinstituten gilt hierfür ein Zeitpunkt nach 17 Uhr, sogenannter Annahmeschluss / Cut-off-Zeitpunkt. Wer den Annahmeschluss seiner Bank wissen möchte, kann dies in den AGB oder den Sonderbedingungen für den Zahlungsverkehr nachlesen.

Wie lange dauert eine Online-Überweisung?

Mit einer Online-Überweisung ist ein Geld-Transfer gemeint, den der Auftraggeber über das Internet ausführt. Hierfür kann z.B. das Webinterface der Bank über einen PC oder das Smartphone mittels App genutzt werden. Auch eine am SB-Terminal der Bank durchgeführte Zahlung gilt als elektronische Überweisung. Die erlaubte Frist beträgt 1 (Bankarbeits)-Tag, was an folgendem praktischen Beispiel erläutert werden soll:

Beispiel 1: Herr Meier füllt am PC seinen Überweisungsauftrag am Dienstag-Nachmittag aus. Da sein Auftrag vor 17.00 Uhr bei seiner Bank eingeht, muss der Geldbetrag schon am Mittwoch beim Empfänger verbucht werden.

Beispiel 2: Frau Schneider beauftragt am Freitag-Abend um 19.30 Uhr eine Online-Überweisung. Das Geld muss laut Gesetz am Dienstag beim Empfänger eingegangen sein. Die Frist für die Ausführung beginnt erst am Montag, da Frau Schneider erst nach 17.00 Uhr überwiesen hat.

Dauer einer beleghaften Überweisung

Unter der beleghaften Überweisung versteht man ein Geld-Transfer mittels herkömmlichen Überweisungsvordruck einer Bank, wie er früher weit verbreitet war. Die Ausführungsfrist dauert hier ein Tag länger als bei der Online-Überweisung.

Beispiel 1: Herr Berger reicht am Dienstag um 15.10 Uhr einen ausgefüllten Überweisungsvordruck bei seiner Hausbank ein. Da der Auftrag vor Annahmeschluss erfolgt, und kein Wochenende dazwischen ist, darf der Empfänger die Zahlung laut Gesetz bereits am Donnerstag erwarten.

Beispiel 2: Frau Heck reicht am Donnerstag um 17.45 Uhr bei ihrer Sparkasse einen ausgefüllten Überweisungsvordruck ein. Da der Annahmeschluss bereits um 17.00 Uhr war, wird die Überweisung erst am Freitag bearbeitet. Da am Samstag und Sonntag in der Bank nicht gearbeitet wird, muss der Geldbetrag erst am Dienstag der folgenden Woche auf dem Konto des Empfängers eingehen.

Dauer einer SEPA-Überweisung

Unter einer SEPA-Überweisung versteht man einen Geldtransfer, der mittels SEPA-Format ausgeführt werden. Das heisst: Das Empfängerkonto muss über eine IBAN bzw. BIC identifizierbar sein. Hierzu zählen alle normalen Inlandsüberweisungen sowie Transfers in EU-Länder die dem SEPA-Raum angehören, und in Euro ausgeführt werden. Die Fristen entsprechen denen für Inlandsüberweisungen. Elektronisch am SB-Überweisungsterminal der Bank oder online abgeschickte Zahlungsanweisungen müssen innerhalb von 24 Stunden nach ihrem Eingang bei der Bank des Empfängers verbucht worden sein. Haben Sie Ihre SEPA-Überweisung als Beleg ausgefüllt bei der Bank abgegeben, dauert die Bearbeitungszeit bis zu 48 Stunden, siehe Beispiele oben.

Wie lange dauert eine Überweisung innerhalb des EWR, die nicht in Euro erfolgt

Für eine Überweisung die zwar innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums, jedoch einer anderen Währung als Euro erfolgt, gelten die Fristen für Auslandsüberweisungen. Ein solcher Geldtransfer darf insgesamt bis zu 4 Tage dauern.

Beispiel: Frau Meier möchte Geld nach England überweisen. Dies soll jedoch nicht in Euro, sondern gleich in britichen Pfund geschehen. Die erlaubte Dauer beträgt hier bis zu 4 Tagen. Es gelten nicht mehr die Bestimmungen für SEPA, da hierfür die Währung EURO erforderlich wäre.

Was gilt bei Geldtransfers in Nicht-EWR-Länder?

In erster Linie versteht man darunter eine Überweisung in Länder auf anderen Kontinenten, wie z.B. die USA, Indien oder Australien. Aber auch die Schweiz gehört nicht dem EWR an. Für Geldtransfers in nicht EWR-Länder gibt es keine gesetzlichen Fristen. Wann das Geld beim Empfänger ankommt, hängt davon ab, bei welcher Auslandsbank der Begünstigte sein Girokonto führt, und wie die Begebenheiten im jeweiligen Land sind.

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