P-Konto eröffnen – wie es geht, und worauf Sie achten sollten

So eröffnen Sie ein P-KontoWir das eigene Girokonto gepfändet, gilt es schnell zu handeln. Der wichtigste Schritt ist die Einrichtung eines Schutzkontos. Dies ist sowohl über die Hausbank als auch online über spezialisierte Anbieter möglich. Wie Sie am besten vorgehen, und worauf Sie achten sollten.

➥ Das Wichtigste auf einen Blick

  • 1. Durch die Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos wird die Höhe der Pfändung beschränkt.
  • 2. In der Regel ist es ausreichend, das bestehende Girokonto bei der Hausbank in ein P-Konto umzuwandeln.
  • 3. In einigen Fällen ist es jedoch sinnvoll, ein separates Konto zu eröffnen.
  • 4. Bei überzogenem Dispokredit oder nicht erwünschter Schufameldung empfehlen wir das Pfändungsschutzkonto von Paycenter.

So eröffnen Sie ein P-Konto

Es gibt mehrere Möglichkeiten ein Pfändungsschutzkonto zu eröffnen. Die Standardvariante ist die Umwandlung des bestehenden Girokontos bei Ihrer Bank. In bestimmten Situationen ist dagegen eine andere Vorgehensweise sinnvoll.

Bestehendes Girokonto umwandeln

Liegen keine außergewöhnlichen Umstände vor, empfiehlt es sich, ein bereits bestehendes Girokonto in ein P-Konto umzuwandeln. Alle Banken und Sparkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet. Die Umstellung darf höchstens 4 Bankarbeitstage dauern, und muss gebührenfrei erfolgen. Die Bank stellt das Konto jedoch nicht von selbst um, die Änderung muss immer der Kontoinhaber beantragen. Die Einrichtung sollte unverzüglich erfolgen. Erfolgt die Umstellung nicht rechtzeitig innerhalb von vier Wochen, wird das zum Pfändungstermin vorhandene Guthaben komplett oder entsprechend in Höhe der Schulden beschlagnahmt. Einmal gepfändet ist es kaum möglich, das Geld zurück zu bekommen.

Hinweis: Die Umwandlung des bestehenden Kontos ist nur im „Guthaben“ möglich. Pfändungsschutzkonten können nicht im Minus geführt werden. Ein beanspruchter Dispokredit muss zunächst ausgeglichen werden, siehe nächster Abschnitt.

Neues Konto einrichten

Unter bestimmten Umständen ist es von Vorteil, nicht das bestehende Girokonto zu nutzen, sondern ein neues Konto zu eröffnen. Dieses wird dann unmittelbar nach der Einrichtung als P-Konto geführt. Gründe für eine Neueröffnung können sein:

  • der Dispo auf dem Girokonto kann nicht ausgeglichen werden
  • eine Meldung an die Schufa ist nicht erwünscht
  • es droht eine Privatinsolvenz
  • bei insgesamt schlechter Bonität

Banken und Sparkassen sind grundsätzlich verpflichtet, einem Antragsteller ein Basiskonto einzurichten. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, sein Recht innerhalb einer angemessenen Frist durchzusetzen. Bei negativer Bonität oder beanspruchtem Dispokredit lehnen viele Banken die Umwandlung des Kontos zunächst einmal ab. Bei einer Pfändung muss jedoch schnell gehandelt werden. Deutlich schneller und unkomplizierter gelingt die Einrichtung bei einem auf derartige Fälle spezialisierten Anbieter, siehe oben. Hier wird nicht nur auf eine Bonitätsprüfung verzichtet, sondern auch auf eine Meldung des Kontos an die Schufa.

Wurde ein neues P-Konto eingerichtet, ist es ganz wichtig, alle zukünftigen Zahlungseingänge möglichst zeitnah umzuleiten. Der Arbeitgeber bzw. die Leistungsstellen der zuständigen Ämter müssen deshalb umgehend über die neue Bankverbindung informiert werden. Auch existenzielle Zahlungen für Miete, Strom und andere unbedingt notwendige Servicedienstleistungen sollten nur noch über das neu eingerichtete Konto abgewickelt werden. Nur so ist gewährleistet, dass die entsprechenden Überweisungen ausgeführt, oder Sepa-Mandate eingelöst werden.

Was ist ein Pfändungsschutzkonto?

Sie haben z.B. einen Kredit aufgenommen, und können die Raten nicht mehr zahlen. Der Gläubiger (Kreditgeber) möchte jedoch sein Geld bekommen, und pfändet hierzu Ihr Girokonto. Sie möchten jedoch genug Geld behalten, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Hierbei ist ein Pfändungsschutzkonto – auch als P-Konto bezeichnet – hilfreich. Ein monatlicher Betrag in Höhe von aktuell 1.133,80 (Stand 2018) ist automatisch vor einer Pfändung geschützt.

Richtiger Zeitpunkt der Eröffnung

Wann sollte man ein P-Konto eröffnen? Die Einrichtung sollte erfolgen, kurz nachdem die Bank den Schuldner von der Pfändung in Kenntnis gesetzt hat. Nach Kenntnis der Kontopfändung hat der Schuldner vier Wochen Zeit, sein bestehendes Konto in ein P-Konto umzuwandeln, oder ein neues Konto einzurichten. Wird die Frist versäumt, droht der Verlust des auf dem Konto vorhandenen Guthabens sowie die Beschlagnahme weiterer Geldeingänge.

Hinweis: Aufgrund dieser Regelung ist es nicht notwendig, sich vorsorglich um ein Pfändungsschutzkonto zu kümmern, wenn mit einer Pfändung lediglich gerechnet wird. Denn die Einrichtung des Schutzkontos wird normalerweise der Schufa gemeldet, und belastet damit die eigene Bonität.

Kosten und Gebühren

Für die Umwandlung eines bestehenden Kontos in ein P-Konto dürfen Banken und Sparkassen keine Gebühren erheben. Hat ein Kreditinstitut seinem Kunden für die Umstellung Kosten in Rechnung gestellt, können diese zurückgefordert werden. Jedoch kann die Bank die auch sonst üblichen Kontogebühren verlangen. Da es sich beim Schutzkonto nicht um ein eigenständiges Kontomodell handelt, dürfen diese nicht höher sein als vor der Umwandlung. Sofern die Kontoführung vor der Umstellung kostenfrei war, gilt dies auch danach.

Vorteile und Nachteile

Die Einrichtung eines P-Kontos ist für einen Schuldner nicht nur mit Vorteilen verbunden, sondern auch mit einigen Einschränkungen. In den meisten Fällen wiegt der entscheidende Vorteil – die Sicherung des Existenzminimums – die entstehenden Nachteile jedoch auf. Der Schutz vor der Pfändung der gesetzlich festgelegten Freibeträge entschädigt für so manche Unannehmlichkeit. Zu den wichtigsten Einschränkungen gehört für viele Schuldner der Wegfall eines zuvor durch die Bank gewährten Kreditrahmens. Dasselbe gilt für eine Kreditkarte. Zudem erfolgt normalerweise eine Meldung an die Schufa. Bei zukünftigen Abfragen durch Vertragspartner (Handyprovider, Autofinanzierer) ist der Eintrag sichtbar.

Pfändungsfreibetrag

Der Pfändungsfreibetrag ist die Höhe des Einkommens, die nicht gepfändet werden darf. Wie hoch dieser ausfällt, hängt von der persönlichen Situation des Schuldners ab. Lesen Sie hierzu bitte unseren separaten Artikel zum P-Konto Freibetrag.

2 Gedanken zu „P-Konto eröffnen – wie es geht, und worauf Sie achten sollten“
  1. Hallo,

    eine Frage: welche Voraussetzungen muss man eigentlich für das Konto erfüllen? Sie schreiben, dass man das bei der eigenen Bank machen kann / sollte. Reicht es wenn ich zu meiner Sparkasse gehe, und sage, dass ich gerne ein P-Konto einrichten möchte?

    1. Hallo,

      besondere Voraussetzungen gibt es hierfür nicht. Wie Sie schon richtig vermuten, gehen Sie zu Ihrer Sparkasse, und äußern am Schalter den Wunsch Ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Der Antrag muss in jedem Fall schriftlich erfolgen. Sie sind wahrscheinlich auch bereits von Ihrem Kundenberater informiert worden, dass eine Pfändung für Ihr Konto vorliegt. Ihr Berater wird daher schon wissen, was zu tun ist. Bitte führen Sie die Umstellung möglichst zeitnah durch, um einen schnellen Pfändungsschutz zu gewährleisten. Das Konto wird übrigens ausschließlich im Guthaben geführt. Es kann somit keine Kreditlinie von einem Gläubiger im Rahmen der Pfändung ausgeschöpft werden.

      Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.