Girokonto wechseln – dank Umzugsservice mühelos zur neuen Bank

So wechseln Sie das GirokontoAlle Kontobewegungen einzeln durchgehen, und ja nichts vergessen? Ein Wechsel der Bank war früher mit viel Aufwand verbunden. Doch die Zeiten sind vorbei. Seit 2016 sind sowohl Filial- als auch Onlinebanken verpflichtet, einen Umzugsservice anzubieten. Was sich seitdem geändert hat, und wie Sie heutzutage mühelos Ihr Girokonto wechseln können.


➥ Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Wechsel wird von der neuen Bank aus gestartet. Eröffnen Sie deshalb schon Ihr neues Girokonto.
  • Nutzen Sie den Kontowechselservice. Seit Einführung des Zahlungskontengesetzes sind die Banken zur Zusammenarbeit bei der Umstellung der Kontobewegungen verpflichtet.
  • Lassen Sie für zwei bis drei Monate beide Konten parallel laufen, bevor Sie Ihr altes Girokonto kündigen.

Finden Sie ein neues passendes Girokonto

Wer sein Konto wechseln möchte, muss natürlich vorher wissen, wo die „Reise hingeht“. Somit steht zunächst die Wahl der neuen Bank an. Hierbei möchten wir Sie gerne unterstützen. Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl bekannter Direktbanken. Die Anbieter haben in diversen Tests überzeugt, z.B. mit dauerhaft kostenloser Kontoführung, gebührenfreier Abhebungen an Geldautomaten, oder niedrigen Dispozinsen. Filtern Sie die Anbieter nach Ihren Wünschen. Welche Punkte bei der Auswahl besonders wichtig sind, richtet sich danach wie Sie das Konto nutzen. Wer sich z.B. häufig an fremden Geldautomaten Bargeld besorgt, sollte speziell auf diese Gebühren achten. Steht das Girokonto häufiger im Minus, ist auch der Zinssatz für den Dispokredit wichtig. Bei vielen Anbietern ist auch eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr enthalten. Eröffnen Sie das neue Konto anschließend direkt online über die Ausgabetabelle (zum Anbieter).

So funktioniert der Kontowechselservice der Banken

Seit September 2016 gibt es das sogenannte Zahlungskontengesetz. Hiermit werden Banken verpflichtet, ihren Kunden aktiv beim Wechsel ihrer Bankverbindung zu helfen. Alte und neue Bank müssen beim Girokonto-Wechsel somit zusammenarbeiten. Dies wird mit dem Kontowechselservice umgesetzt.

Der Ablauf in Kürze

Die einzelnen Schritte, deren Dauer sowie die Pflichten der Vertragsparteien sind gesetzlich geregelt. Maßgeblich sind die §§ 20 bis 26 des Zahungskontengesetz. Das Gesetz schreibt vor, dass der komplette Vorgang innerhalb von 12 (Arbeits)-Tagen abgeschlossen sein muss. Die folgende Auflistung erläutert den Ablauf für Sie in Kürze.

  • 1. Sie erteilen Ihrer neuen Bank die schriftliche Ermächtigung, alle Kontobewegungen Ihrer alten Bank übertragen zu dürfen. Inzwischen wird der Service von nahezu allen Banken auch digital angeboten, und kann online über eine Webseite oder eine App gestartet werden.
  • 2. Die neue Bank muss nun innerhalb von 2 Tagen die notwendigen Daten bei Ihrer alten Bank anfordern. Die Informationen beinhalten alle Kontobewegungen der letzten 13 Monate wie z.B. Lastschriften, eingehende Überweisungen oder Daueraufträge.
  • 3. Die alte Bank hat nun 5 Tage Zeit, der neuen Bank die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen.
  • 4. Die neue Bank hat nun weitere 5 Tage Zeit, alle Zahlungen auf das neue Girokonto umzustellen. Hierbei werden alle Vertragspartner wie z.B. Arbeitgeber, Stromanbieter oder Finanzamt über die neue Bankverbindung in Kenntnis gesetzt.
  • 5. Sind alle Kontobewegungen umgestellt, erfolgt im letzten Schritt die Schließung des alten Kontos. Beide Konten sollten vorsichtshalber noch für einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten parallel laufen.

Wer sollte sein Girokonto wechseln?

Hohe Gebühren, teure Dispozinsen der oder Umzug in eine andere Stadt – Gründe für ein neues Konto gibt es viele. Doch nicht immer ist es notwendig, der Hausbank komplett den Rücken zu kehren. Was dafür- und was dagegen spricht, das Girokonto zu wechseln.

Pro & Contra Bankwechsel

Argumente dafür

  • Es stören Sie gleich mehrere Punkte, wie z.B. zu hohe Kontogebühren, kein oder ein zu niedriger Dispokredit, oder Kosten für Bargeldabhebungen.
  • Das Vertrauensverhältnis zur aktuellen Bank ist gestört, oder Sie sind mit der Qualität des Bankberaters unzufrieden.
  • Die Reputation der Bank lässt zu wünschen übrig.
  • Sie ziehen um, und möchten den Ansprechpartner in der Nähe haben.

Argumente dagegen

  • Es stört Sie nur ein einzelner Punkt, wie z.B. zu hohe Kontoführungsgebühren. Hier kann auch ein Tarifwechsel oder ein Zweitkonto sinnvoll sein.
  • Bei Unzufriedenheit mit der Qualität eines bestimmten Bankberaters: Versuchen Sie zunächst, einen anderen Ansprechpartner zu bekommen.

Alternativen zum Komplettwechsel

Nicht immer ist ein Wechsel der kompletten Bankverbindung notwendig. In bestimmten Fällen gibt es auch andere Lösungen, welche eine Fortführung ermöglichen. Wir haben für verschiedene Situationen eine Alternative recherchiert.

Beispiele

  • Kontoführungsgebühren zu hoch: fragen Sie zunächst bei Ihrem Bankberater nach, ob Sie in einen anderen Tarif wechseln können. Oft hat auch die Hausbank ein Konto ohne Gebühren im Portefolio, was jedoch Bestandskunden nicht aktiv angeboten wird.
  • hohe Gebühren an Geldautomaten: Lassen Sie die Bankverbindung bei Ihrem Stamminstitut bestehen, und eröffnen Sie ein Zweitkonto.
  • Hohe Überziehungszinsen: Beantragen Sie einen externen Abrufkredit. Dieser ist wesentlich günstiger, siehe Zinsen im Vergleich, und läuft über eine separate Bank. Das Konto bei der Hausbank kann nicht nur bestehen bleiben, sondern sogar zur Verrechnung der Geldbeträge genutzt werden.
  • Hohe Kreditkartengebühren: auch hier kann mit der Eröffnung eines Zweitkontos der Komplettwechsel umgangen werden.
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