Dispo ohne Zinsen – Geheimtipp oder teure Gebührenfalle?

Mit Zinsen auf Sparguthaben geizen, aber 10 Prozent für den Dispo verlangen? „So geht Bank heute“. Doch seit einiger Zeit überraschen einige Geldhäuser mit neuen Kontomodellen. Hierin wird der Dispozins auf dem Girokonto einfach abgeschafft. Die kostenlose Überziehung ist jedoch meist an ein paar Bedingungen geknüpft. Wir haben die Angebote von 4 Banken für Sie recherchiert, und unter die Lupe genommen.

Übersicht

Geldinstitut
Dispokredit
Gebühren für Kontoführung
Beantragen
Logo der deutschen Skatbank
Deutsche Skatbank
zinsfrei bis 2.500 Euro, keine weitere Überziehung möglich
7,50 pro Monat (Pauschale)
Logo der GLS-Bank
GLS-Bank
ohne Zinsen bis 10.000 Euro, darüber 7,31% auf den geliehenen Betrag
3,80 pro Monat + weitere Kosten für Buchungen, Karten usw.
Logo der Targobank
Targobank
zinslos bis maximal 200 Euro, darüber 7,47% auf den vollen geliehenen Betrag
kostenfrei ab monatlichem Eingang von 2.500 Euro, ansonsten 12,45 Euro pro Monat
Logo der Santanderbank
Santander-Bank
Dispo kostenlos bis 500 Euro, darüber 8,05%
7,99 pro Monat (Pauschale)
Logo der DKB
DKB-Bank
6,90% auf den geliehenen Betrag, keine Freigrenze
keine Gebühren, auch keine weiteren Nutzungskosten

Skatbank

Logo der deutschen SkatbankWir beginnen unseren Test mit der Skatbank. Denn die kleine Genossenschaftsbank aus Thüringen war nicht nur das erste Institut welches einen Strafzins auf Tagesgeld einführte. Sie war eben auch die erste Bank Deutschlands, die vor etwa 2 Jahren mit einem Dispo ohne Zinsen überraschte. Wer sein Konto kostenlos überziehen möchte, eröffnet bei der Skatbank das so genannte Flatkonto. Wie die Bezeichnung „Flat“ schon vermuten lässt, handelt es sich bei dem Girokonto um ein Komplettpaket ohne zusätzliche Kosten. Einmal im Monat 7,50 Euro zahlen, der Rest ist im Preis drin. Der Kunde kann sich im Gegenzug bis zu 2.500 Geld von der Skatbank leihen, ohne dass Zinsen berechnet werden, oder ein separater Kreditantrag gestellt werden muss. Erst bei höheren Beträgen fallen Dispozinsen an. Das Konto wird grundsätzlich online geführt. Dennoch kosten Buchungen per schriftlichem Beleg wie z.B. normale Überweisungsformulare nichts extra. Auch für eine Mastercard wird keine Jahresgebühr fällig. Bedingung für den Dispokredit ist eine positive Schufaabfrage sowie ein monatlicher Geldeingang in Höhe von 1250 Euro pro Monat.

GLS-Bank

Logo der GLS-BankWer es grosszügiger möchte, eröffnet das Privatgirokonto der GLS-Bank. Die größte Alternativbank Deutschlands mit Sitz in Bochum bietet bis zu 10.000 Euro Dispokredit zinsfrei. Vorstandssprecher Thomas Jorberg bezeichnet die Abschaffung der Zinsen als logischen Schritt. „Die Senkung des Dispozins ist für uns ein logischer Schritt. An den niedrigen Einlagenzinsen zeigt sich, dass kurzfristige Liquidität im Überfluss vorhanden ist, die wir an unsere Kunden weiterreichen können.“ Dass der Verlust durch die wegfallenden Zinsen irgendwie refinanziert werden muss, ist natürlich nachvollziehbar. Deswegen kann das Kreditinstitut auch nicht auf Kontoführungsgebühren verzichten. Für das Privatgirokonto verlangt die GLS-Bank aktuell 3,80 Euro pro Monat. Dies ist jedoch nicht als Pauschale zu verstehen. Zusätzliche Leistungen kosten extra. Für eine Kreditkarte werden 30 Euro Jahresgebühr fällig, für eine normale BankCard immerhin 15 Euro. Online-Buchungen kosten nichts extra. Wer seine Belege jedoch in Papierform einreichen möchte, sollte auch hier einen Blick in den Gebührenkatalog werfen.

Targobank

Logo der Targobank„So geht Bank heute“ ist der Werbeslogan der Targobank, welche aus der früheren Citibank hervorging. Das überwiegend im Privatkundengeschäft tätige Kreditinstitut mit Sitz in Düsseldorf wirbt mit flexibel auf die Situation des Kunden angepassten Finanzprodukten. Dazu gehört z.B. der Konsumentenkredit mit Ratenpause oder die Dispofreigrenze. „Freigrenze“ bedeutet, dass die Nutzung des Dispo zwar grundsätzlich Geld kostet, jedoch bis zu einem bestimmten Betrag zinsfrei ist. Je nach gewähltem Tarif beträgt die Dispofreigrenze entweder 50, 100 oder 200 Euro. Bei Überschreitung fallen gemäß dem Preis- und Leistungsverzeichnis Zinsen in Höhe von aktuell 7,47 Prozent für den gesamten Sollbetrag an. Den 200 Euro Freikredit gibt es jedoch nur beim Premium-Girokonto. Achtung: wer weniger als 2.500 Euro an monatlichen Eingängen hat, wird mit einer Kontoführungsgebühr in Höhe von 12,45 Euro zur Kasse gebeten.

Santander-Bank

Logo der SantanderbankEinen Dispokredit nutzen, ohne dafür Zinsen zu zahlen? Das geht auch bei der spanischen Santander-Bank. Die Nutzung der kostenlosen Komfortzone ist bis zu einer Betragshöhe von 500 Euro möglich. Ein monatlicher Geldeingang von mind. 1.250 € und entsprechende Bonität werden vorausgesetzt. Das dazu gehörige Konto trägt die Bezeichnung „Giro-Star“, und kostet 7,99 Euro im Monat. Die Kontoführung inkl. Zahlungsverkehr ist sowohl per OnlineBanking als auch in Papierform im Preis inklusive. Nicht in der Pauschale enthalten sind hingegen die Gebühren für Geldautomatenverfügungen an Fremdautomaten. Außer man bucht die mit 50 Euro pro Jahr kostenpflichtige Visa-Karte hinzu. Dann wird das „Auslandseinsatzentgelt“ in den meisten Fällen übernommen.

Alternative: DKB-Cash

Gleich das Wichtigste vorweg: die Nutzung des Dispo der DKB ist nicht kostenlos. Der Zinssatz beträgt 6,9 Prozent. Warum wir auch dieses Girokonto recherchiert haben? Wir fanden das Gesamtpaket attraktiv. Es fallen keine Kontoführungsgebühren oder sonstigen Kosten an. Das Kreditinstitut bietet ein nettes zusätzliches Feature: Mit der ohne Jahresgebühr enthaltenen Kreditkarte kann weltweit an nahezu allen Geldautomaten kostenfrei Geld abgehoben werden. Wer seinen Dispokredit nicht allzu häufig nutzt, sollte auch dieses Konto in seine engere Wahl ziehen.

Logo der Deutschen Kreditbank

Unser Tipp!

DKB-Cash – das flexible und gebührenfreie Online-Girokonto mit günstigen Dispozinsen.
Focus-Money-Testsieger in 2016 aus 13 Banken im Vergleich

Zur Bank

DKB-Bank-Testsiegel von Focus-Money

Fazit

Am meisten überzeugt hat uns das Flatkonto der Skatbank. Der zinsfreie Kreditrahmen in Höhe von 2.500 Euro spricht für sich. 7,50 Euro Kontoführungsgebühren erscheinen fair. Gerade wenn man bedenkt, dass alle sonstigen Leistungen inklusive sind. Für den Verbraucher ist dies transparent und leicht verständlich. Der kostenfreie Dispo der GLS-Bank ist zwar mit 10.000 Euro viermal so hoch. Jedoch lässt sich das Kreditinstitut den Service mit allen möglichen Zusatzgebühren gut bezahlen. Der Kunde muss zunächst das Preis- und Leistungsverzeichnis genau studieren. Dort steht was Überweisungen, Karten oder sonstige Dinge kosten. Das Angebot der Targobank hat uns weniger überzeugt. Denn die Freigrenze beträgt im Höchstfall 200 Euro. Wer weniger als 2.500 netto pro Monat verdient, zahlt zudem opulente monatliche 12,45 Euro. Die Santanderbank begrenzt den zinsfreien Betrag auf 500 Euro. Da sind Skatbank und GLS-Bank deutlich besser aufgestellt. Als weitere Alternative in unseren Test haben wir das Online-Konto der DKB-Bank hinzugenommen. Die Kontoüberziehung gibt es zwar nicht ohne Zinsen. Der DKB-Dispo in Höhe von aktuell nur 6,9 Prozent überzeugt jedoch in Kombination mit den sonstigen Features eines attraktiven Gesamtpakets. Weitere Girokonto-Angebote finden Sie in unserem Kontofinder.

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