Schufa-Score verbessern: 9 Tipps zur Optimierung Ihrer Bonität

So verbessern Sie Ihren Schufa-ScoreWerbespots von Banken mit niedrigen Zinsen hören sich immer gut an. Doch liegt dem Kunden erstmal das offizielle Kreditangebot vor, sind die Konditionen meist viel schlechter. Der Grund: die Höhe des Zins ist meist abhängig von der Bonität des Antragstellers. Hier kommt die Schufa ins Spiel. Mit den folgenden 9 Tipps können Sie Ihren Score optimieren.

➥ So gehen Sie vor

  • 1. Bevor Sie Ihre eigene Bonität verbessern können, sollten Sie diese zunächst einmal „kennen“. Hierzu können Sie eine sogenannte Schufa-Eigenauskunft einholen.
  • 2. Im folgenden Text finden Sie mehrere Maßnahmen, um Ihre Kreditwürdigkeit zu optimieren.

Was steht in der Schufa?

Die Schufa verfügt über Informationen zu Ihren aktuellen Verträgen, insbesondere wenn diese im Zusammenhang mit Ratenzahlungen stehen. Dazu gehören z.B. laufende Kredite, Ratenkäufe oder Handyverträge. Sobald Sie einen Vertrag z.B. mit einer Bank, einem Versandhaus oder einem Handyanbieter abschließen, nimmt das jeweilige Unternehmen nicht nur eine Abfrage Ihrer Bonität bei der Schufa vor. Es meldet der Wirtschaftsauskunftei auch gleich die Daten des neu abgeschlossenen Vertrags. Zugleich speichert die Auskunftei (falls vorhanden) harte Negativ-Merkmale, wie z.B. laufende Mahnverfahren, Vollstreckungen, oder eidesstattliche Versicherungen. Aus der Summe der Daten wird Ihre persönliche Bonität ihm Rahmen des sogenannten Score ermittelt, siehe weitere Erläuterung unten.

Was ist der Score?

Die zwischen 0 und 100 liegende Zahl gibt die statistische Wahrscheinlich an, mit der ein Kreditnehmer seine Zahlungsverpflichtungen zukünftig erfüllen wird. Je höher der Wert, desto besser ist die Bonität einer Person. Das Ergebnis wird aus allen vorliegenden Einträgen – sowohl positiv als auch negativ – anhand eines mathematisch-statistischen Verfahrens errechnet. Die Bewertung des jeweiligen Score für das Kredit-Ausfallrisiko entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle.
Scorewert
Risiko
Wert
97,5% bis 100%
Risiko
sehr geringes Ausfallrisiko für einen Kredit
Wert
95% – 97,5%
Risiko
gering bis überschaubar
Wert
90% – 95%
Risiko
zufriedenstellend bis erhöht
Wert
80% – 90%
Risiko
deutlich erhöht
Wert
50% – 80%
Risiko
sehr hoch
Wert
weniger als 50%
Risiko
sehr kritisch

So können Sie Ihren Schufa-Score verbessern

Nun zum eigentlichen Thema und der Frage: wie kann ich meine Schufa verbessern? Mit den folgenden 9 Tipps können Sie Ihren eigenen Score erhöhen. So erhalten Sie zukünftig attraktivere Konditionen, wenn Sie z.B. einen Kredit benötigen.

1. Ungenutzte Verträge kündigen

Nicht mehr benötigte oder mehrfach vorhandene Verträge sollten möglichst nicht fortgeführt werden. Denn jede finanzielle Verpflichtung mindert Ihr verbleibendes monatliches Budget. Ein geringeres „verfügbares“ Einkommen erhöht das potentielle Ausfallrisiko bei einem zukünftigen Kredit, was die Schufa wiederum mit einem schlechteren Score bewertet. Anbei einige Beispiele für Verträge, die Sie kündigen sollten.

2. Konditionen- statt Kreditanfrage

Befinden Sie sich noch in der Vergleichs- und Auswahlphase diverser Angebote, sollten Sie von der jeweiligen Bank keine Kreditanfrage, sondern eine Konditionenanfrage anfordern. Mehrfache Kreditanfragen bei verschiedenen Geldhäusern lassen Ihren Scorewert ebenfalls sinken. Denn es könnte theoretisch sein, dass Ihr Antrag bei anderen Banken zuvor abgelehnt wurde. Das „theoretisch sein könnte“ reicht für eine Verschlechterung Ihrer Bonität leider aus.

3. Hoher Dispokredit verbessert Bonität

Ein Kredit mit einer hohen Summe soll den Schufa Score verbessern? Das klingt zunächst widersprüchlich. Doch ein Dispokredit wirkt sich tatsächlich positiv auf die Bonität aus. Das Ganze ist so zu verstehen: Beantragt der Girokonto-Inhaber bei seiner Bank einen Dispo, prüft die Bank zunächst dessen Bonität. Nur bei einem positiven Ergebnis der Prüfung erfolgt eine Zusage. Das Vertrauen der Bank signalisiert nach außen, dass der Kunde entsprechend vertrauenswürdig ist. Ein weiterer Bonitätsfaktor ist die Höhe der Kreditlinie. Banken setzten den Höchstbetrag des Kreditrahmens einkommensabhängig fest. Das zwei- bis dreifache Monatseinkommen gilt nach wie vor als Richtwert. Die Schufa zieht aus der Höhe des Limit wiederum Rückschlüsse auf das Einkommen des Nutzers.

Tipp: Achten Sie darauf, die das Konto nicht über die Kreditlinie hinaus zu überziehen. Denn kündigt Ihnen die Bank das Limit, wirkt sich dies wiederum negativ aus. Hier geht es lediglich darum, den Dispokredit zu „besitzen“.

4. Rechnungen immer pünktlich zahlen

Auch nicht oder zu spät gezahlte Rechnungen werden in der Schufa vermerkt. Spätestens wenn ein Inkassoverfahren eingeleitet wurde oder ein Mahnverfahren droht, sollten die Außenstände beglichen worden sein. Denn ist die Information erst mal bei der Wirtschaftsauskunftei eingetroffen, gestaltet sich die spätere Löschung oft als aufwendig. Wichtig zu wissen: die Meldung an die Schufa tätigt der Gläubiger. Das ist die Person / Firma, welche Geld von Ihnen bekommt.

Tipp: Da einige Gläubiger – wie z.B. Mobilfunkanbieter – recht übereifrig und vorzeitig Schufa-Meldungen vornehmen, sollte man als Zahlungspflichtiger bei Rückständen zügig Kontakt zum Gläubiger aufnehmen. Mit einer einvernehmlichen Lösung lässt sich der Eintrag häufig verhindern.

5. Ratenkäufe wenn möglich vermeiden

Heute kaufen, in sechs Monaten zahlen, und das für 0%? Lassen Sie lieber die Finger davon, wenn Ihnen Ihre Bonität etwas wert ist. Denn ein Kauf auf Raten – egal wie günstig ihn die Werbung anpreist – ist mit einem Kredit gleichzusetzen, und wird daher der Schufa als weitere Zahlungsverpflichtung gemeldet.

6. Mehrere Kredite zusammenlegen

Auch hier gilt die Devise: weniger ist mehr. Jeder zusätzliche Kredit erhöht das Zahlungsausfallrisiko bei einem neuen Darlehen, und verschlechtert damit Ihre „Situation“. Wer einen Kredit aufnehmen möchte, aber bereits ein oder mehrere Altdarlehen besitzt, sollte die Gelegenheit für eine Umschuldung nutzen. Die Zusammenlegung mehrerer Verträge hat diverse Vorteile:

  • Sie gewinnen einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen.
  • Sie können Ihre gesamte Kreditrate senken, wenn die Konditionen der Altverträge in der Vergangenheit schlechter waren. Davon ist in der derzeitigen Niedrigzinsphase auszugehen.
  • Das zukünftige Ausfallrisiko sinkt, Ihre Bonität verbessert sich hierdurch.

7. Falsche Einträge korrigieren lassen

Nachdem Sie eine Eigenauskunft eingeholt haben, sollten Sie die Daten darin unbedingt genau prüfen. Denn manchmal ist die Auflistung fehlerhaft, bzw. enthält nicht mehr aktuelle Einträge. Fallen Ihnen bei der Prüfung falsche Daten auf, sollten Sie umgehend handeln. Die Auskunftei ist verpflichtet, falsche Einträge zu löschen oder anzupassen. Fallen nicht mehr aktuelle Verträge aus der Wertung heraus, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Ihren Schufa-Score verbessern.

Beachten Sie bitte, dass bis zur endgültigen Löschung der Daten einige Wochen vergehen können. Harte Negativmerkmale wie z.B. eine eidesstattliche Versicherung bleiben auch nach Erledigung noch bis zu drei Jahren in der Wertung.

8. Wohngegend beeinflusst Score

Hierbei handelt es sich um das sogenannte GEO-Scoring. Die Schufa lässt Informationen zur Wohngegend in die Berechnung der Bonität einfließen. Wohnt die Person in einer guten / wohlhabenden Wohngegend, spricht dies für eine solide finanzielle Basis. Im Gegensatz dazu wird z.B. eine Wohnung in einem Viertel mit sozialem Brennpunkt von der Wirtschaftsauskunftei als negativ eingestuft. Beim GEO-Scoring kommt es leider nicht auf die tatsächliche finanzielle Situation der entsprechenden Person an. Bewohnt diese ein abgezahltes Einfamilienhaus innerhalb eines Wohnviertels mit vielen finanziell schwächer gestellten Personen, kann sich dies trotzdem negativ auf den Score auswirken.

Die Auskunftei versichert zwar auf ihrer Homepage, „bei ausreichender Datenlage“ kein GEO-Scoring durchzuführen. Hierüber kursieren in Fachkreisen jedoch unterschiedliche Meinungen.

9. Stetigkeit zahlt sich aus

Die Schufa belohnt „Stetigkeit“. Z.b. fließt in die Berechnung ein, wie lange eine Person schon am gleichen Wohnort lebt. Häufige Umzüge werden von der Wirtschaftsauskunftei auch unter finanziellen Aspekten betrachtet. Dasselbe gilt, wenn ein Verbraucher mehrmals das Girokonto wechselt. Ein häufiger Bankwechsel kann auf mögliche Geldprobleme hindeuten, auch wenn dies tatsächlich nicht der Fall ist.

Dass ein Wechsel der Bank wiederum mit einem Umzug zusammenhängen kann, welcher wiederum der Verbesserung der beruflichen und finanziellen Situation dient, lässt diesen Punkt aus Verbraucher-Sicht natürlich nicht besonders fair erscheinen.

Fazit: was nehmen wir mit?

Die Arbeitsweise der Wirtschaftsauskunftei ist sehr mathematisch geprägt. Das voraussichtliche Zahlungsverhalten einer Person in einer einzigen Zahl auszudrücken, mag sehr effektiv erscheinen. Jedoch geht die Berechnung von vielen Annahmen und Zusammenhängen aus, welche tatsächlich gar nicht auf objektive Richtigkeit überprüft werden. Wer jedoch weiß wie die Schufa funktioniert, und welche Daten sie speichert, kann tatsächlich Einfluss auf die eigene Situation nehmen.

2 Gedanken zu „Schufa-Score verbessern: 9 Tipps zur Optimierung Ihrer Bonität“
  1. Na toll,

    ich rufe bei der Schufa an, weil ich bei Smava nach einem Kredit gefragt habe. Statt der drei Angebote die ich bekam und nicht wahr genommen habe, stellte ich fest, dass fast 10 Banken „schufaneutral“ angefragt haben. Laut Schufa muss ich jetzt alle Banken anfragen, die Daten zu löschen. Die meisten kenne ich noch nicht mal, geschweige denn eine Adresse. Und die die ich kenne, teilen mir mit, dass keine Eintragungen existieren können. Ich habe null Schulden, mein Score liegt unter 85%. Heute brauche ich 3000€ für 4 Monate, und kriege sie nicht.

    1. Hallo,

      soweit mir bekannt ist, wird von Smava ein einziges Mal die Bonität bei der Schufa angefragt. Da die Banken die von Smava angefragten Daten nutzen können, müssen sie daher keine weitere Auskunft einholen. Daher wären mehrere Anfragen aus meiner Sicht zumindest unlogisch. Könnten Sie daher das Ganze konkretisieren? Wissen Sie noch, welchen Score Sie vor der Abfrage durch Smava hatten? Der Schufa-Score ist übrigens von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, wie z.B.

      • dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit
      • weiteren laufenden Darlehen, Ratenkäufen oder Kreditkarten
      • regelmäßige Zahlungen / Abos wie z.B. Netflix, Handyvertrag
      • mehrere Kontoverbindungen
      • Alter
      • dem Wohnort (Stichwort: Geo-Daten)
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